Personenunfall und Kinderwagen im Gleis – Zwei betriebsstörende Vorfälle im Münchner S-Bahn-Netz

Am Samstagabend ereignete sich am S-Bahn-Haltepunkt Marienplatz in München ein Personenunfall, bei dem ein 24-jähriger Mann schwer verletzt wurde. Für einige Schrecksekunden sorgte aber auch ein weiterer Vorfall, bei dem ein Kinderwagen in den Gleisbereich stürzte.


Nach Angaben der Bundespolizei kam es in den vergangenen Tagen zu zwei gefährlichen Ereignissen im Bereich der Münchner S-Bahn. Bei einem der beiden Vorfälle, der sich am Samstagabend (13. Juli) am Haltepunkt Marienplatz zutrug, wurde ein 24-jähriger Mann bei dem Versuch in eine abfahrende S-Bahn einzusteigen, schwer verletzt. Der Mann war trotz geschlossener Türen auf eine abfahrbereite S-Bahn zugelaufen und versuchte noch den Türtaster zu betätigen. Beim Anfahren des Zuges rutschte er mit den Beinen bis zum Knie zwischen S-Bahn und Bahnsteigkante. Die S-Bahn fuhr sofort los, da der Triebfahrzeugführer von dem Vorfall nichts bemerkte. Ersten Ermittlungen zufolge hatte der Triebfahrzeugführer den Zug mittels Sichtprüfung kurz zuvor ordnungsgemäß abgefertigt.

Noch bevor die S-Bahn vollständig ausgefahren war, zog ein 29-Jähriger Zeuge den Verunfallten aus dem Gefahrenbereich. Eine 34-jährige Frau, die sich ebenfalls auf dem Bahnsteig befand, verständigte den Notarzt und kümmerte sich zusammen mit weiteren Personen bis zum Eintreffen der Rettungskräfte um den Verletzten. Aufgrund der rettungsdienstlichen Maßnahmen musste die Stammstrecke vorübergehend gesperrt werden. In der Folge kam es zu Verspätungen im S-Bahnverkehr.

Die Bundespolizei hat gegen den verunfallten 24-Jährigen, der sich offenbar einen Oberschenkelbruch zugezogen hatte, Ermittlungen wegen Gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet und warnt anlässlich des Unfalls davor, sich abgefertigten S-Bahnen zu nähern, geschweige denn zu versuchen, bereits verriegelte Türen noch öffnen zu wollen.

Kinderwagen stürzt ins Gleis

Für Schrecksekunden sorgte auch ein Vorfall am Freitag (12. Juli). Gegen 12 Uhr verständigte ein Reisender am Ostbahnhof in München eine Streife der Bundespolizei über einen Vorfall am Bahnsteig 3. Dort war ein ungesicherter Kinderwagen – glücklicherweise ohne Baby – unbeabsichtigt ins Gleis gerollt. Ein unbekannter Reisender begab sich daraufhin sofort in den Gleisbereich, hob den Kinderwagen zurück auf den Bahnsteig und verließ anschließend den Gefahrenbereich. Zum selben Zeitpunkt fuhr am betreffenden Gleis eine S-Bahn ein. Der 29-jährige Triebfahrzeugführer leitete bei Erkennen der Person eine Schnellbremsung ein und konnte einen Personenunfall glücklicherweise verhindern. Der Bahnmitarbeiter erlitt laut Polizeiangaben bei dem Vorfall einen Schock und konnte seinen Dienst nicht weiter fortsetzen.

Die Besitzerin des Kinderwagens, eine 35-jährige Touristin aus China, kam mit dem Schrecken davon. Die Bundespolizei ermittelt nach dem Vorfall wegen Gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und warnt vor dem unberechtigten Betreten der Gleise.

Laut Bundespolizeisprecher Wolfgang Hauner gebe es am Ostbahnhof, wie auch an anderen Haltepunkten der S-Bahn-Stammstrecke, eine Bahnsteigaufsicht. „Die DB-Mitarbeiter können schnellstmöglich die Strecke sperren. Zudem sollten abgestellte, vor allem rollbare Gegenstände, insbesondere Kinderwägen, stets beim Abstellen gesichert werden.“ Hier genüge oft der Windstoß eines vorbeifahrenden Zuges, um das Gefährt zum unkontrollierten Rollen zu bringen, so der Bundespolizeisprecher weiter.


red, Titelfoto: Bahnblogstelle (Symbolbild)

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