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Seiler: „In den nächsten Jahren verlässt uns die Hälfte der Belegschaft“

Auf die Deutsche Bahn warten enorme Herausforderungen. Das Unternehmen stehe vor einem großen Demografie-Thema, wie DB-Personalvorstand Martin Seiler kürzlich in einem Podcast des Karriere-Netzwerks XING verriet. In einigen Bereichen liege das Durchschnittsalter bei weit über 50 Jahre. Rund die Hälfte der heutigen Belegschaft müsse daher in den kommenden Jahren durch neue Mitarbeiter ersetzt werden.


Martin Seiler, Vorstand Personal und Recht der Deutschen Bahn AG:

„Wir haben ein großes Demografie-Thema. In den nächsten 10 bis 12 Jahren verlässt uns die Hälfte der Belegschaft.“

Gleichzeitig habe die Deutsche Bahn, wie auch andere Unternehmen, zusätzlich mit der Transformation in die Digitalisierung zu kämpfen.

Derzeit beschäftigt der Konzern weltweit rund 320.000 Menschen. Der Altersdurchschnitt liege laut Seiler aktuell bei 45 Jahren, in einigen Bereichen sogar jenseits der 50. Aus diesem Grund müssen in den nächsten Jahren zahlreiche Stellen nachbesetzt werden. Dabei fehlen schon heute vor allem in den betrieblichen Berufen Fachkräfte wie Lokführer und Fahrdienstleiter, aber auch Mitarbeiter im Bereich Rangierdienst, Fahrzeuginstandhaltung und Gleisbau.

„Wir sind natürlich nicht überall perfekt. Das kann man mit Sicherheit nicht sagen, aber wir arbeiten daran, auch sehr intensiv, dass wir da besser werden.“

Laut Personalvorstand Seiler muss die Bahn bei der Ansprache von potenziellen Bewerbern innovativ sein, um sich auch gegen Wettbewerber am Markt behaupten zu können. In den kommenden Jahren beabsichtigt der Konzern rund 100.000 neue Mitarbeiter einzustellen, um die bevorstehenden Abgänge kompensieren zu können.

Auf die Frage, wie erfolgreich man sei, antwortet Seiler:

„Wir haben letztes Jahr 24.000 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt. Wir haben 4.000 Auszubildende mit reingenommen und dieses Jahr haben wir zum Ziel 22.500.“

Die Zahl der Bewerber liege nach Angaben des DB-Personalchefs bei mehr als 300.000 pro Jahr. Bei den Ausbildungsplätzen seien es rund 70.000 Bewerbungen jährlich. Seiler zeigt sich überzeugt, dass die Bahn ein guter und sicherer Arbeitgeber sei. Zudem biete man ein sehr breites Beschäftigungsangebot: allein 500 verschiedene Berufe, 50 unterschiedliche Ausbildungen und 25 Studiengänge stehen laut Seiler zur Auswahl.

Neben Ausbildung und Studium werde aber auch auf die Qualifizierung neuer Mitarbeiter viel Wert gelegt. Hier werde jährlich eine satte dreistellige Millionensumme investiert.

Der erfahrene Personalmanager betont, dass vor allem kreative und neue Ansätze die Personalgewinnung aus seiner Sicht nach vorne bringen können.

„Wir müssen auch neue Wege gehen, um Leute zu finden. Und deshalb würde ich nie sagen: ‚Das machen wir nicht, das probieren wir nicht aus‘. Da muss man ein bisschen Mut haben.“

Beispiele dafür sind unter anderem Qualifikationsangebote für ehemalige Bundeswehrsoldaten, Studienabbrecher und Menschen über 50 sowie die Abschaffung des Anschreibens bei jungen Bewerbern. Aber auch Info- und Event-Veranstaltungen, bei denen Jobinteressierte noch am selben Tag eine vorläufige Einstellungszusage erhalten können, zeigen offenbar ihre Erfolge. Keine Idee sei verboten, so Seiler, um neue Kollegen für den Konzern zu gewinnen.


red

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