Advertisements

VVO kündigt Verkehrsvertrag mit Städtebahn und sucht neuen Betreiber

© Neumann

Wie bereits berichtet, verkehren seit Donnerstag (25. Juli) auf den Nahverkehrslinien zwischen Dresden, Kamenz und Königsbrück, durch das Müglitztal nach Altenberg sowie zwischen Pirna und Sebnitz keine Züge mehr. Jetzt wurde der Verkehrsvertrag mit der Städtebahn Sachsen gekündigt.


Der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) hat nach 72 Stunden ohne Zugbetrieb vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht und den bis 2024 laufenden Verkehrsvertrag mit der Städtebahn Sachsen gekündigt.

Grund dafür ist die Einstellung des operativen Betriebs auf den Strecken zwischen Dresden, Kamenz und Königsbrück, durch das Müglitztal nach Altenberg sowie zwischen Pirna und Sebnitz seit den frühen Morgenstunden des 25. Juli (Bahnblogstelle berichtete). Um möglichst bald wieder einen Zugverkehr auf den Strecken des Dieselnetzes anbieten zu können, will der VVO eigenen Angaben zufolge jetzt Kontakt „mit geeigneten Eisenbahn-Unternehmen“ für eine „Notvergabe“ aufnehmen.

Die jetzige Vertragskündigung ist der vorläufige Höhepunkt eines seit längerem schwelenden Streits unter mehreren Akteuren. Die Städtebahn Sachsen hatte in den vergangenen Jahren die DB Netz AG wiederholt für zahlreiche Fahrzeugschäden verantwortlich gemacht, weil diese das Schienennetz nicht von Vegetation frei gehalten habe. Die Folge waren mehrere Kollisionen mit umgestürzten Bäumen und hohe Reparaturkosten an den geliehenen Triebfahrzeugen.

VVO äußert sich nicht zu Detailfragen

Die Städtebahn Sachsen hatte am gestrigen Samstag mehrere interne E-Mails und Briefe veröffentlicht (Bahnblogstelle berichtete), aus denen hervorgehen soll, dass sich die Betriebseinstellung bereits vor dem 25. Juli durch die Kündigung des Leasingunternehmens Alpha Trains angekündigt habe. Laut dem E-Mail-Verkehr wäre tatsächlich auch der VVO frühzeitig über die Lage informiert gewesen.

Auf Nachfrage unserer Redaktion, ob es korrekt sei, dass der VVO bereits seit dem 17. Juli über die fristlose Kündigung durch das Zugleasingunternehmen Alpha Trains informiert war und wie eine Wiederaufnahme des Fahrbetriebs durch die Städtebahn ohne Fahrzeuge möglich gewesen wäre, wollte sich der VVO nicht äußern. „Aufgrund laufender juristischer Prozesse bzw. aus rechtlichen Gründen kann ich Ihnen zu Ihren Fragen 1 – 4 keine Auskunft geben“, erklärt VVO-Pressesprecher Christian Schlemper gegenüber Bahnblogstelle.


red – aktualisiert, Titelfoto: Neumann

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: