Nach Mord im Bahnhof – Seehofer will über technische Schutzmöglichkeiten sprechen

Auf einer Pressekonferenz anlässlich des Tötungsdelikts im Frankfurter Hauptbahnhof sagte der Bundesinnenminister, dass er sich als Konsequenz für deutlich mehr Polizeipräsenz und eine Ausweitung der Videoüberwachung einsetzen werde. Mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Vertretern der Deutschen Bahn wolle er zudem auch technische Möglichkeiten zum Schutz der Reisenden besprechen.


Nach dem schrecklichen Tötungsdelikt an einem achtjährigen Jungen am Montag im Frankfurter Hauptbahnhof wächst der Druck auf die Politik, Lösungen für die Sicherheit von Bahnreisenden zu finden. Gegen den 40-jährigen mutmaßlichen Täter, der eine Mutter und ihren Sohn vor einen einfahrenden ICE stieß, wurde inzwischen Haftbefehl wegen Mordes und zweifachen Mordversuches erlassen. Das Motiv der Tat ist weiter unklar.

Auf einer Pressekonferenz in Berlin sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer am Dienstag, dass er sich zu Spitzengesprächen mit Verkehrsminister Andreas Scheuer und Vertretern der Deutschen Bahn treffen wolle, um sowohl über personelle als auch technische Möglichkeiten wie etwa Schranken am Bahnsteig zu sprechen. Er wisse um die Komplexität dieser Aufgabe, immerhin gebe es in Deutschland etwa 5.600 Bahnhöfe unterschiedlicher Struktur. Seehofer machte aber auch deutlich, dass er Aussagen seitens der Deutschen Bahn, wie: ‚Es kostet Millionen und deshalb machen wir es nicht‘, nicht akzeptieren werde. „Das ist kein Argument. Ich gehe da so ran: Alles was vernunftgeleitet einen Mehrwert für die Bevölkerung bringt, muss gemacht werden.“ Der Minister wolle alle möglichen Maßnahmen „vorurteilsfrei“ besprechen. Es gehe darum, dass bisher durchgeführte noch zu optimieren, „ohne damit den Irrglauben zu verbinden, man könnte totale und absolute Sicherheit erreichen. Aber wir haben die moralische Verantwortung, das Menschenmögliche für mehr Sicherheit zu tun.“ Eine Diskussion führe nicht zu einem Mehrwert für den Schutz der Bevölkerung, „wenn jeder am Anfang nur definiert, was aus seiner Sicht nicht in Frage kommt“, so Seehofer weiter. Darüber hinaus wolle sich der Minister für deutlich mehr Polizeipräsenz und die Ausweitung der Videoüberwachung einsetzen.

Seehofer drückt Respekt für Bahnpersonal aus

Der Innenminister sprach zu Beginn der Pressekonferenz der Familie des Opfers im Namen der gesamten Bundesregierung seine Anteilnahme aus. Die Tat mache fassungslos und treffe ins Herz, sagte Seehofer. Er wandte sich aber auch an das Bahnpersonal und drückte insbesondere dem Lokführer und den Schaffnern seinen Respekt aus. „Das ist eine Belastung, die man durch ein solches Ereignis erlebt, was wahrscheinlich das ganze Leben unvergessen bleibt“, so Seehofer.


red – aktualisiert, Titelfoto: Bundespolizei (Archiv)

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