GDL und EVG fordern mehr Schutz durch Polizei und Bahnaufsichten

Auch die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) haben mit Entsetzen und Fassungslosigkeit auf den tödlichen Vorfall am Frankfurter Hauptbahnhof reagiert. Sie fordern ihrerseits mehr Schutz für Bahnpersonal und Reisende.


Erst Voerde, dann Frankfurt – zwei Vorfälle ähnlicher Art innerhalb weniger Tage. Und Deutschland fragt sich: Wie sicher sind unsere Bahnhöfe? Nach den tödlichen Attacken auf unschuldige Reisende am Bahnsteig werden von vielen Seiten Forderungen nach mehr Sicherheit laut. Auch die beiden Bahngewerkschaften GDL und EVG kommen zu dem Schluss, dass gehandelt werden müsse. „Das sind schwere kriminelle Handlungen, die mit der vollen Härte des Gesetzes geahndet werden müssen“, so Claus Weselsky, Chef der Lokführergewerkschaft GDL. „Die Täter nehmen unschuldigen Menschen das Leben und verursachen dadurch großes Leid bei den Hinterbliebenen. Sie gefährden die Gesundheit, die weitere Berufsausübung, Lebensglück und Existenz des betroffenen, unter Umständen dauerhaft traumatisierten Lokomotivführers und der weiteren beteiligten Mitarbeiter des Zugpersonals.“

Während die EVG darauf hinweist, dass durch die wachsende Zahl der Reisenden auch die Gefahr von Unfällen und anderen Unglücken wegen überfüllten Zügen und Bahnsteigen steigen könnte, fordert die GDL mehr Präsenz von Polizei und Sicherheitskräften. „Zur Verhinderung von Straftaten aller Art brauchen wir mehr Polizei und Sicherheitskräfte vor Ort“, erklärt der GDL-Chef und schließt sich damit auch einer Forderung von Bundesinnenminister Horst Seehofer an. Ein bewährtes, leider komplett vernachlässigtes Mittel seien laut Weselsky zudem Bahnaufsichten. Der Blick geschulter Kräfte auf den ganz normalen Bahnalltag, aber auch auf möglicherweise kritische Situationen erlaube laut dem GDL-Chef deutlich schnellere Reaktionszeiten. „Das kann im Zweifelsfall über Leben und Gesundheit potenzieller Opfer entscheiden.“

Nach Ansicht der EVG könne in Zukunft mehr für die Sicherheit in den Bahnhöfen getan werden als derzeit. Budgetdenken sei hier allerdings vollkommen fehl am Platz. „Es muss getan werden, was notwendig ist“, fordert die EVG.


red, Titelfoto: Bahnblogstelle (Archiv)

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