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MVG will Bahnsteigtüren bei Münchner U-Bahn testen

© MVG

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und die Stadtwerke München (SWM) haben am Freitag über geplante Neuerungen informiert. Dazu gehört auch der möglicherweise künftige Einsatz von Bahnsteigtüren bei der Münchner U-Bahn.


Wie die Verantwortlichen der Münchner U-Bahn am Freitag mitteilten, will die MVG den Einsatz von Bahnsteigtüren voraussichtlich ab dem Jahr 2023 unter realen Bedingungen testen. Auf der U-Bahnlinie 3 soll hierzu ein Pilotprojekt im Bahnhof Olympiazentrum entstehen. Vorgesehen sei, dass eine von vier Bahnsteigkanten testweise mit verglasten, fahrzeughohen Türen ausgestattet wird. „Der Realisierung vorausgehen müssen noch die erforderliche Planung und Detailabstimmung mit der Technischen Aufsichtsbehörde sowie das Planfeststellungsverfahren. Auf der Grundlage der im Pilotprojekt gewonnenen Erfahrungen soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden, ob und in welchem Umfang weitere Bahnhöfe mit Bahnsteigtüren ausgerüstet werden“, teilt das Verkehrsunternehmen mit.

Laut der MVG würden Bahnsteigtüren die Sicherheit in der U-Bahn weiter erhöhen und einen Beitrag zur Stabilisierung des Betriebsablaufs leisten. Sie grenzen dabei den Bahnsteig gegenüber dem Gleisraum ab und öffnen sich nur, wenn ein Zug im Bahnhof steht, um den Fahrgastwechsel zu ermöglichen. Ihr Einbau setze jedoch voraus, dass die U-Bahnzüge sehr genau halten. Dies soll in einigen Jahren das geplante CBTC-System („Communication Based Train Control“) gewährleisten. CBTC ist vergleichbar mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS und ermöglicht eine funkbasierte digitale Datenkommunikation zwischen Zug und Infrastruktur.

Nachrüstung von Bahnsteigtüren grundsätzlich machbar

Eine im Auftrag von SWM/MVG durchgeführte Machbarkeitsuntersuchung habe ergeben, dass Bahnsteigtüren in der Münchner U-Bahn grundsätzlich nachgerüstet werden könnten. Dabei wurden unter anderem technische, bauliche und genehmigungsrechtliche Aspekte betrachtet. Die Ausstattung des kompletten U-Bahnsystems würde allerdings viele Jahre dauern. Vorstellbar wäre eine Kombination mit weiteren Ausbau- und Sanierungsmaßnahmen, teilt die MVG mit. Die möglichen Kosten würden nach heutiger Schätzung im dreistelligen Millionenbereich liegen.


red, Titelgrafik: MVG (Visualisierung)

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