Marschbahn: Bahnstrecke Hamburg–Westerland (Sylt) wird bis 2022 grundsaniert

Die störungsanfällige Marschbahnstrecke zwischen Hamburg und Westerland (Sylt) wird bis 2022 grundsaniert. Rund 160 Millionen Euro fließen hier in die Erneuerung der Gleise, Weichen, Brücken und Bahnübergänge sowie in die Modernisierung der Signaltechnik.


Auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg-Altona und Westerland (Sylt) kommt es seit Jahren wiederholt zu Störungen aufgrund von Mängeln an der Infrastruktur. Im Sommer 2018 verkündete die Deutsche Bahn, dass man die Qualität auf der Marschbahn verbessern wolle. Mittlerweile laufen die Arbeiten „auf Hochtouren“, wie es von Seiten der DB heißt. Bis 2022 soll hier die Grundsanierung abgeschlossen sein. Diese umfasst die Erneuerung von rund 200 Kilometern Gleis und über 30 Weichen. Darüber hinaus sollen Brücken, Bahnübergänge und die Signaltechnik modernisiert werden. Die Gesamtinvestition liegt bei rund 160 Millionen Euro.

Wie die Deutsche Bahn kürzlich mitteilte, seien einige Baumaßnahmen bereits realisiert worden: So wurden zwischen Stedesand und Bredstedt rund drei Kilometer und zwischen Lindholm und Stedesand vier Kilometer der Strecke erneuert. Im Bahnhof Lindholm wurde das Gleis 3 mit einer Länge von rund 500 Metern modernisiert und im Bahnhof Wilster des Weiteren drei Weichen komplett erneuert.

Die Arbeiten auf dem rund 5,4 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Bredstedt und Stedesand sollen ab dem 28. August beginnen. Während der Baumaßnahmen, die bis zum 2. Oktober angesetzt sind, wird der Bahnverkehr hier nur eingleisig durchgeführt. Für Ende August und Anfang September stehen zudem Arbeiten im Bahnhof Bredstedt an. Hier wird das Gleis 2 mit einer Länge von rund 1,3 Kilometern erneuert.

„Mit der 2018 begonnenen Investitionsoffensive für die Marschbahn erhöhen wir das Investitionsvolumen auf knapp 160 Millionen Euro. Die Arbeiten an der Strecke liegen voll im Plan und tragen zur Stabilisierung des Zugverkehrs von und nach Sylt bei. Damit sorgen wir Schritt für Schritt für Verbesserungen für unsere Fahrgäste“, so Volker Hentschel, Vorstand Produktion DB Netz AG.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) ergänzt: „Es ist erfreulich, dass in die Strecke investiert wird und die Arbeiten gut voran gehen. So wird die Strecke fit für die Zukunft gemacht. Trotz der ersichtlichen Fortschritte bei der Sanierung der Strecke muss man aber auch nüchtern feststellen, dass es im Bahnverkehr auf die Insel nach wie vor nicht gut läuft.“ Daher habe Buchholz kürzlich nochmals eindringlich an die DB-Vertreter appelliert, weitere Anstrengungen zur Qualitätsverbesserung zu unternehmen.

Ausblick auf die weiteren Arbeiten in den kommenden Monaten:

  • 21. Oktober bis 4. November: Erneuerung von rund 7,2 Kilometern Gleis zwischen Bredstedt und Stedesand
  • 4. bis 29. November: Erneuerung von rund drei Kilometer Gleis zwischen Lehnshallig und Klanxbüll, während vier 80-stündiger Streckensperrungen jeweils von Montag ab 21 Uhr bis Freitag, 5 Uhr. In diesem Zeitraum werden auch drei Weichen im Bahnhof Niebüll erneuert
  • 4. bis 8. November: Erneuerung von zwei Weichen im Bahnhof Westerland (Sylt)
  • 16. November bis 9. Dezember: Erneuerung von rund 8,5 Kilometer Gleis zwischen Morsum und Klanxbüll

Darüber hinaus sind in den kommenden vier Jahren weitere Modernisierungsmaßnahmen auf der Marschbahn geplant.

Aufgrund der Modernisierungsarbeiten kann es zu Fahrplanänderungen kommen: So wird es beispielsweise im Fernverkehr vom 28. August bis 27. September nur eine IC-Verbindung von und nach Westerland geben (IC 2310 an Westerland 15.34 Uhr, IC 2311 ab Westerland 9.26 Uhr). Diese beiden Züge sind laut DB-Angaben für Fahrgäste mit Nahverkehrstickets zwischen Niebüll und Westerland frei gegeben.

Die Deutsche Bahn bittet alle Reisenden für die baubedingten Unannehmlichkeiten um Verständnis.


red – aktualisiert, Titelfoto: Jens Rohde / Bahnblogstelle (Archivfoto)

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