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Nach Großstörung auf Münchner S-Bahn-Stammstrecke: Gutachter soll Wasserschaden untersuchen

Nach dem gestrigen Wassereintritt im Gleisbereich auf der Münchner S-Bahn-Stammstrecke ist der reguläre Zugverkehr am Mittwochmorgen wieder angelaufen. Unklar ist jedoch weiterhin, wie es zu dem Wasserschaden kommen konnte. Zur Klärung der Ursache soll nun ein externer Gutachter beauftragt werden.


Am gestrigen Dienstag sorgte in München ein Wasserschaden auf der Stammstrecke zwischen den Stationen Hackerbrücke und Hauptbahnhof (tief) für massive Beeinträchtigungen im gesamten S-Bahn-Netz. Zahlreiche Züge fielen aus, endeten vorzeitig oder mussten umgeleitet werden. Nach dem Abpumpen des Wassers durch Kräfte der Feuerwehr und des THW wurde der Gleisbereich am späten Dienstagabend samt der dazugehörigen Leit- und Sicherungstechnik auf Schäden untersucht. Seit Mittwochmorgen verkehren die Züge wieder nach Fahrplan. Bis auf den Ausfall des 10-Minuten-Takts auf den Linien S3 und S8 sei der S-Bahn-Betrieb stabil, erklärt die Deutsche Bahn.

Zur Klärung der Ursache für den Wassereintritt soll nun durch die DB Netz AG ein Gutachter beauftragt werden. Bislang sei unklar, wie es zu dem Wasserschaden kommen konnte. Nach aktuellem Stand könne jedoch ausgeschlossen werden, dass Grundwasser in den Gleisbereich eingetreten ist. In der Stammstrecke sei im Bereich zwischen Hackerbrücke und Hauptbahnhof (tief) ein Pumpensystem eingebaut, das anspringt, sobald der Grundwasserpegel steigt. Dieses System habe funktioniert, heißt es in einer Mitteilung der DB. „Die Menge an Wasser, die gestern in den Gleisbereich eintrat, muss eine andere Ursache haben“, sagt Markus Hurnaus, stellvertretender Leiter der Produktionsdurchführung München der DB Netz AG. „Wir bitten um Verständnis, dass wir nun zunächst die Ergebnisse des externen Gutachters abwarten müssen. Über die Ursache zu spekulieren, ergibt wenig Sinn.“

Pro Bahn kritisiert „Informationschaos“

Der Fahrgastverband Pro Bahn bemängelt unterdessen ein aus seiner Sicht wahrgenommenes „Informationschaos“ bei der gestrigen Großstörung. „Der Umgang mit Störungen wird nach unserer Beobachtung immer mehr zum Glücksspiel für die Fahrgäste“, sagt Pro Bahn-Sprecher Andreas Barth. Laut dem Fahrgastverband habe es die Deutsche Bahn nicht geschafft, einen verlässlichen Notfahrplan zu gewährleisten. „Selbst nach einigen Stunden gab es auf mehreren Linien noch keinen stabilen 20-Minuten-Takt, sondern die S-Bahnen sind mehr oder weniger zufällig gefahren“, kritisiert Barth. Auf eine Nachricht, dass der S-Bahn-Verkehr bis in die Nacht hinein gesperrt bleibt, habe man vergeblich gewartet. Auch habe es keine Information über die Art des Schadens an die Fahrgäste gegeben, heißt es.

Beim Ersatzprogramm sieht der Fahrgastverband nach eigenen Angaben Optimierungsbedarf: „Wenn es geht, sollten alle S-Bahn-Linien bis zur Stammstrecke fahren, und nicht außerhalb enden“, erklärt der Pro Bahn-Sprecher. „Wenn man vom Fahrgast her den Notfahrplan denkt, und nicht nur das betrieblich einfachste, würde man zu einem deutlich besseren Ergebnis kommen“, zeigt sich Barth überzeugt.


red – aktualisiert, Titelfoto: THW München

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