Zugbegleiter verunglückt – SBB-Chef Meyer äußert sich zu tragischem Unfall

Nach dem tragischen Unfalltod eines Zugbegleiters in der Schweiz, hat sich SBB-Chef Andreas Meyer gegenüber den örtlichen Medien geäußert. 


In der Nacht zu Sonntag (4. August) kam es in Baden im Kanton Aargau in der Schweiz zu einem tragischen Arbeitsunfall. Nach der Abfertigung des Zuges wurde der 54-jährige Zugchef von IR1893 gegen 0:10 Uhr in der Tür eingeklemmt und nach der Abfahrt mehrere Kilometer weit mitgeschleift. Der Mann verstarb. Der Unfall, der nun bereits sechs Tage zurückliegt, wurde erst kürzlich öffentlich bekannt.

Wie SBB-Chef Andreas Meyer gegenüber Schweizer Medien sagte, hätten erste Ermittlungen der Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST ergeben, dass offenbar ein technisches Problem vorlag. „Den technischen Defekt können wir uns nicht erklären“, fügt Meyer hinzu und ergänzt: Der Wagen sei erst vor wenigen Tagen in der Revision gewesen. „Es braucht Zeit, bis diese Dinge aufgeklärt sind. Wir haben Vorkehrungsmaßnahmen getroffen und überprüfen vergleichbare Türen erneut, obwohl diese so oder so alle sieben bis zehn Tage überprüft werden“, so der SBB-Chef weiter.

Da Zugbegleiter nach dem Abschluss des Fahrgastwechsels die Abfertigung der Züge übernehmen, bestehe laut Meyer für die Reisenden „nach heutigem Kenntnisstand keine Gefahr.“

Gegenüber der Schweizer Boulevardzeitung Blick sagte jedoch ein langjähriger SBB-Mitarbeiter, dass es ein Wunder sei, dass nicht mehr solche Unfälle passieren. „Der Klemmschutz funktioniert seit Jahren nicht!“, kritisiert Peter T. (Name geändert) dem Bericht zufolge. Der 26-Jährige, der nun öffentlich Kritik an der SBB äußert, habe sechs Jahre lang als Instandhaltungstechniker bei den Schweizer Bundesbahnen gearbeitet und selbst Türen des Wagentyps EW IV kontrolliert und repariert. In den Jahren habe es „immer wieder Zwischenfälle mit schließenden Türen“ gegeben, sagte der Informant nach Angaben der Zeitung.


red – aktualisiert, Titelfoto: Bahnblogstelle (Archiv)

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