Sommerhitze und defekte Klimaanlagen – Gewerkschaft fordert kurze Diensthosen für DB-Lokführer

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer fordert die Einführung kurzer Diensthosen für Mitarbeiter der Deutschen Bahn. Diese Maßnahme könnte die Arbeitsbedingungen der Lokführer bei Temperaturen von 40 Grad im Führerstand wesentlich verbessern. 


Der von der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) geführte Betriebsrat der Regionalbahn Alb-Bodensee (RAB) hat die zuständigen Gremien im DB-Konzern beauftragt, die Einführung kurzer Diensthosen für Lokführer zu erwirken. Weil kurze Hosen nach Ansicht der Deutschen Bahn jedoch „keinen seriösen Eindruck bei den Reisenden“ erwecken, so die GDL, weigere sich das Unternehmen bislang kompromisslos. Wie die Gewerkschaft hinzufügt, habe der DB-Konzern allerdings ironischerweise vor wenigen Jahren die UBK-Tragepflicht für die meisten Lokführer abgeschafft.

Die GDL ist der Auffassung, „dass eine kurze Diensthose um ein Vielfaches seriöser aussieht, als wenn die Kollegen in privater Kleidung ihr Triebfahrzeug besteigen – egal welches Unternehmenslogo die Diensthose ziert.“ Es gebe aber auch Verkehrsbetriebe, die laut GDL bei diesem Thema keine Schwierigkeiten sehen. Ein Beispiel sei hier die ÜSTRA Hannover.

Ein weiterer Grund der DB sei das Thema Arbeitsschutz, „da Abstellanlagen durchaus mit Dornenhecken und Büschen bewachsen seien, in denen Zecken lauerten und Krankheiten übertragen könnten“, so die Gewerkschaft. Dies sei jedoch „starker Tobak“, denn der Arbeitgeber habe im Rahmen der Fürsorgepflicht dafür Sorge zu tragen, „dass die Wege und Abstellanlagen in einem benutzbaren Zustand sind“, führt die GDL aus.

Während die Sommer immer heißer würden, seien die Züge nicht darauf eingerichtet. Regelmäßig seien Fahrzeuge mit defekter oder gar ohne Klimaanlage im Einsatz, kritisiert die GDL. Aus Sicht der Lokführergewerkschaft sei es daher nicht nachvollziehbar, warum sich der Konzern einer „vergleichsweise aufwandsarmen Verbesserung der Arbeitsbedingungen verschließt“, zumal dies bei der S-Bahn München gestattet sei.


red, Titelfoto: DB AG / Oliver Lauer

Advertisements