Bahn und Bundeswehr uneinig über Freifahrten für Soldaten

Ob Angehörige der Bundeswehr in Uniform tatsächlich bald umsonst von der Dienststelle zum Wohnort fahren dürfen, bleibt weiter fraglich. Denn beim Thema Freifahrten für Soldaten gibt es offenbar noch reichlich Unstimmigkeiten zwischen der Bundeswehr und der Deutschen Bahn.


Einem Medienbericht zufolge gibt es beim Thema Freifahrten für Soldaten noch einigen Klärungsbedarf. Die Deutsche Bahn und die Bundeswehr seien sich uneinig. Dabei sind offenbar die Buchungskonditionen ein Hauptknackpunkt. Laut einem Bericht des SPIEGEL will die Deutsche Bahn Soldaten nur in wenig ausgelasteten Zügen befördern. Im Interesse der zahlenden Kundschaft müssten „übervolle Züge verhindert werden“, heißt es. Denn eine weitere Belastung auf stark genutzten Strecken sei für das Unternehmen nicht hinnehmbar.

Für geschätzte 400.000 bis 800.000 Freifahrten von Soldaten pro Jahr veranschlagt die DB laut dem Bericht rund 38 Millionen Euro. Vertreter der Bundeswehr gingen bislang allerdings von etwa der Hälfte – nur knapp 20 Millionen Euro – aus. Für weitere Kosten in Höhe von 26 Millionen Euro würde die Programmierung des eigenen Bundeswehr-Buchungssystems sorgen.

Zur Debatte stehen derzeit nur Freifahrten in den Fernverkehrszügen der DB, weil der Nahverkehr oft durch andere private Betreiber oder von regionalen Tarifverbünden organisiert wird, die das Projekt grundsäzlich ablehnten, schreibt der SPIEGEL weiter. Für die geplante Einführung der Freifahrten ab Anfang 2020 könnte die Zeit jedoch knapp werden, da das entsprechende Startbudget noch bis Oktober im Haushalt für das kommende Jahr vermerkt werden müsste.


red, Titelfoto: Bahnblogstelle

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