Schwarzfahrer betätigt Notbremse, Diebstahl auf Bahn-Baustelle und weitere Blaulichtmeldungen

Überblick der Meldungen: Schwarzfahrer tritt um sich und betätigt mehrmals die Notbremse +++ Diebe stehlen Erdungskabel von Bahn-Baustelle +++ Güterzug erfasst Pkw – Unfall an Bahnübergang in Berlin-Köpenick +++ Mädchen zwingen Lokführer zur Schnellbremsung +++ Streckensperrung wegen Person im Gleis +++ Mann benutzt Zug ohne Ticket, flüchtet und stürzt ins Gleis +++ Taube erleidet Stromschlag – Bundespolizei als Tierretter


Schwarzfahrer tritt um sich und betätigt mehrmals Notbremse

Am Mittwoch (14. August) wurde das Bundespolizeirevier Halle über einen „Schwarzfahrer“ in einer Regionalbahn auf der Strecke von Lutherstadt Wittenberg nach Halle (Saale) informiert. Der 16-Jährige nutzte gegen 7 Uhr den Zug ohne gültigen Fahrschein. Daraufhin nahm die Zugbegleiterin ihr Hausrecht wahr und verwies den Jugendlichen beim nächsten Halt des Zuges. Dieser Aufforderung kam er nach und verließ die Bahn am Haltepunkt Bergwitz. Jedoch betätigte er zuvor zweimal, – ohne ersichtliche Gefahr, die Notbremse und trat gegen zwei Einstiegstüren des Zuges. Die Zugbegleiterin notierte sich kurzer Hand die Personalien des Heranwachsenden und übergab diese mit Ankunft des Zuges am Hauptbahnhof Halle Beamten der Bundespolizei. Den 16-Jährigen erwarten nun Strafanzeigen wegen Erschleichen von Leistungen, Sachbeschädigung und Missbrauch von Nothilfeeinrichtungen.


Diebe stehlen Erdungskabel von Bahn-Baustelle

Bislang Unbekannte haben am Südportal des Rudersdorfer Tunnels (Bahnstrecke zwischen Rudersdorf und Siegen) insgesamt vier Erdungsseile gestohlen. Ein Bahnmitarbeiter stellte den Diebstahl am Montag (12. August), gegen 11 Uhr, fest und erstattete Strafanzeige bei der Bundespolizei. Die genaue Tatzeit muss noch ermittelt werden. Das Material war in einer verschlossenen Box gelagert. Die Langfinger hatten laut Polizeiangaben das Schloss geknackt und die Kabel entwendet.

Wegen der Bauarbeiten findet derzeit kein Bahnverkehr in diesem Bereich statt. Der angerichtete Schaden soll sich auf rund 1.800 Euro belaufen. Die Bundespolizeiinspektion Kassel hat die Ermittlungen aufgenommen und ein Strafverfahren eingeleitet und sucht Zeugen. Wer Angaben zu der Tat oder den Tätern machen kann, wird gebeten, sich unter der Telefon-Nr. 0561/81616-0 zu melden.


Güterzug erfasst Pkw – Unfall an Bahnübergang in Berlin-Köpenick

Bei einem Verkehrsunfall, der sich bereits am 30. Juli an einem Bahnübergang in der Nähe des Bahnhofs Wuhlheide ereignete, hatten die Autoinsassen extremes Glück. Kurz bevor ein Güterzug mit dem Pkw kollidierte, konnten sich beide Fahrzeuginsassen im letzten Moment retten. Eine Person erlitt einen Schock. Das Auto wurde bei der Kollision auf die Seite geworfen und nach Feuerwehrangaben etwa 50 Meter weit mitgeschleift. Die Bahnstrecke war für die Dauer der Bergung gesperrt. Die Feuerwehr musste den Pkw mit einem Kran bergen.


Mädchen zwingen Lokführer zur Schnellbremsung

Weil sich zwei Mädchen in den Gleisen am Bahnhof Oelsnitz/Vogtl. befanden, musste ein Triebfahrzeugführer am vergangenen Mittwochnachmittag eine Schnellbremsung einleiten. Verletzt wurde bei diesem Ereignis glücklicherweise niemand.

Bundespolizisten konnten bei der sofortigen Nahbereichsfahndung die zwei 12-Jährigen, die sich zwischenzeitlich entfernt hatten, im Umfeld des Bahnhofes feststellen. Sie gaben an, sich in die Gleise begeben zu haben, um dort Selfies mit ihren Smartphones zu machen. Bevor die beiden an Angehörige übergeben wurden, belehrten sie die Beamten über ihr gefährliches Verhalten, mit dem sie sich in Lebensgefahr brachten.

Die Bundespolizei nimmt das Ereignis erneut zum Anlass, um auf die vielfältigen Gefahren im Bahnverkehr aufmerksam zu machen. Eltern sollten ihre Kinder regelmäßig und wiederkehrend dahingehend sensibilisieren. Unfälle im Bahnverkehr enden oftmals tödlich.


Streckensperrung wegen Person im Gleis

Am 15. August mussten die Beamten der Bundespolizei gegen 17 Uhr unter Nutzung von Sonder- und Wegerechten ausrücken. Vorausgegangen war eine Information der Notfallleitstelle der Deutschen Bahn in Berlin, dass die Schnellfahrstrecke von Hamburg nach Berlin in beide Richtungen gesperrt werden musste. Auslöser war die Meldung eines Güterzug-Lokführers, der auf Höhe des Bahnkilometers 210,4, zwischen den Ortschaften Brahlstorf und Pritzier, eine Person im Gleis gesehen hat. Der nachfolgende Regionalzug RE 4312 musste nach Erkennen der Person im Gleis eine Schnellbremsung einleiten. Zu Personenschäden kam es nicht.

Parallel zum sofortigen Streifeneinsatz der Bundespolizei erfolgte eine Unterstützung durch die Kollegen der Polizeireviers Boizenburg. Am Ereignisort angekommen, konnten die Polizisten zunächst keine Person feststellen. Auch eine Absuche entlang der Gleisanlagen verlief zunächst negativ. Wenig später erreichte die Bundespolizisten die Nachricht, dass die Kollegen der Landespolizei im Bereich der Ortschaft Düssin, an der Bahnstrecke, eine Person festgestellt haben, auf die die Personenbeschreibung zutraf. Noch vor Ort wurde diese an die Beamten der Bundespolizei übergeben. Bei einem Atemalkoholtest konnte bei dem 48-jährigen Mann ein Wert von 1,61 Promille festgestellt werden. Gegen den Mann wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde eine Sicherheitsleistung in Höhe von 150,- Euro erhoben.

Durch die Streckensperrung, die von 16:52 bis 17:55 Uhr andauerte, kam es zu Umleitungen und Teilausfällen. 22 Züge erhielten zudem eine Verspätung von insgesamt 777 Minuten.


Mann benutzt Zug ohne Ticket, flüchtet und stürzt ins Gleis

Ein 29-jähriger Zwickauer verließ am Montagabend (12. August) einen am Hauptbahnhof angekommenen Zug fluchtartig mit einem Fahrrad. Er fuhr auf dem Bahnsteig bis zu dessen Ende und sprang dann in den Gleisbereich, um dort weiter zu fahren. Dabei stürzte er und konnte durch die nacheilenden Bundespolizisten unverletzt gestellt werden. Grund für sein Handeln dürfte der Umstand gewesen sein, dass er zuvor den Zug zwischen Mosel und Zwickau ohne Ticket genutzt hatte und bei Feststellung durch den Zugbegleiter jegliche Kooperation mit diesem im Zusammenhang mit einer Fahrpreisnacherhebung verweigerte. Deshalb wurde die Bundespolizei hinzugezogen, die beim Beschuldigten einen Atemalkoholwert von 1,4 Promille feststellte.

Es wurden Strafanzeigen wegen Erschleichen von Leistungen sowie Gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr erstattet.


Taube erleidet Stromschlag – Bundespolizei als Tierretter

© Bundespolizei

Am Mittwochvormittag (14. August) bemerkte eine Streife der Bundespolizei gegen 9:40 Uhr einen lauten Knall in der Bahnhofshalle des Hauptbahnhofes Halle (Saale). Es stellte sich heraus, dass eine Taube im Bereich des Bahnsteiges 9 einen Stromüberschlag ausgelöst hatte. Sie berührte mit einem ihrer Flügel die Oberleitung und fiel in das Gleis 9. Die Taube hatte großes Glück: Sie überlebte den Stromschlag, war aber verletzt. Die beherzten Bundespolizisten zögerten nicht lange und holten die verletzte Taube aus dem Gleis. Anschließend übergaben sie die Taube mit der Hoffnung auf vollständige Genesung an die Tierrettung.


red, Titelfoto: Bahnblogstelle (Symbolbild/Archiv)

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