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Güterzug fährt nach Fehler zweier Lokführer ungebremst durch Nordbayern

© Bahnblogstelle (Symbolbild)

Laut Medienberichten ist in der vergangenen Woche ein Güterzug mit nicht funktionierenden Bremsen fast 100 Kilometer weit durch Nordbayern gefahren. Erst im flach auslaufenden Naabtal zwischen Nabburg und Schwarzenfeld sei er schließlich zum Stehen gekommen. Glücklicherweise kam es dabei zu keinem schweren Unfall.


Ein fast 2.000 Tonnen schwerer Güterzug des privaten Bahnunternehmens K-Rail, der mit Holz beladen war, ist am vergangenen Donnerstag (22. August) ungebremst unterwegs gewesen. Der Zug sollte von Eger in Tschechien nach Wiesau im Landkreis Tirschenreuth fahren. Wie der Bayerische Rundfunk und zuvor bereits das Oberbayerische Volksblatt berichteten, hätten die Bremsen des Zuges wohl aufgrund eines Bedienfehlers der beiden Lokführer versagt. Der von zwei Lokomotiven gezogene Zug sei daher nicht mehr zu stoppen gewesen. Den Medienberichten zufolge erreichte der Geisterzug eine Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h und sei so durch Nordbayern gerast. Der Zug habe zahlreiche Bahnhöfe, unter anderem Windischeschenbach, Neustadt an der Waldnaab und Weiden durchfahren. Das funktionierte nur, weil die Fahrdienstleiter entlang der Strecke schnell reagierten, wie ein Bahnsprecher den Berichten zufolge sagte. Die Signale seien für den Güterzug auf grün gestellt worden, etwaiger Gegenverkehr wurde von der Strecke weggeleitet. Erst im flach auslaufenden Naabtal zwischen Nabburg und Schwarzenfeld rollte der Zug schließlich aus und kam zum Stehen. Schlussendlich habe der Güterzug fast 100 Kilometer zurückgelegt.

Ein Sprecher der ermittelnden Bundespolizei in Waldmünchen bestätigte den Vorfall gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Weitere Informationen wollten die Ermittler mit Verweis auf das laufende Verfahren jedoch nicht herausgeben. Laut dem BR-Bericht erklärte der Geschäftsführer des Bahnunternehmens K-Rail GmbH, Gunther Pitterka, dass die beiden Lokführer nach dem Vorfall wegen schwerer Versäumnisse fristlos entlassen wurden. Die beiden Männer hätten einen Fehler beim Anschließen der Bremsschläuche gemacht. Weil sie danach auf den verpflichtenden Bremstest verzichtet hätten, sei der Fehler zunächst unbemerkt geblieben.


red – aktualisiert

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