Inbetriebnahmetermin gefährdet – Bauarbeiten für Berliner City-S-Bahn S 21 deutlich in Verzug

Im Dezember 2020 sollte der erste Teilabschnitt der neuen S-Bahn-Strecke S 21 vom Nordring zum Hauptbahnhof zunächst im Interimszustand in Betrieb gehen. Jetzt wird jedoch bekannt, dass die Bauarbeiten deutlich im Verzug sind und sich der Inbetriebnahmetermin wohl auf das Jahr 2021 verschieben könnte.


Die Bauarbeiten für die neue Berliner City-S-Bahn (CSB) S 21 werden möglicherweise doch länger dauern als von der Deutschen Bahn zuletzt erhofft. Der Projektleiter der Bahntochter DB Netze, Thomas Rüffer, räumte laut einem Bericht der Berliner Morgenpost einen deutlichen Bauverzug ein. Wie eine Bahnsprecherin auf Nachfrage von Bahnblogstelle dazu erklärte, sei eine vorläufige Inbetriebnahme der neuen Trasse „von den baulichen Gegebenheiten und vom weiteren Baufortschritt in diesem Bereich abhängig.“ Im Moment prüfe man den Zeitplan unter Berücksichtigung dieser Gegebenheiten. Dem Zeitungsbericht zufolge sei eine Inbetriebnahme des ersten Abschnitts möglicherweise erst im Jahr 2021 realisierbar. „Eine genaue Aussage dazu kann voraussichtlich erst im Herbst 2019 getroffen werden“, ergänzte die Bahnsprecherin.

Projektleiter Rüffer zufolge gab es erhebliche Probleme bei den Anlagen unter der Bundesstraße 96 (Heidestraße) sowie im Baufeld am Europaplatz. Diese hätten zeitaufwendige Umplanungen sowie die Anwendung anderer Bauverfahren notwendig gemacht, um die Tunnel fertigzustellen. Inzwischen seien die Anlagen im Rohbau fertig, wie Rüffer laut dem Bericht der Berliner Morgenpost sagte. Es müssten aber noch Gleise verlegt sowie die Stromversorgung der Züge und Zugsicherungstechnik eingebaut werden.

Ursprünglich sollte der erste rund 3,9 Kilometer lange Nordabschnitt bereits 2017 in Betrieb gehen. Er wird künftig die S-Bahnhöfe Westhafen und Wedding im Norden mit dem Hauptbahnhof verbinden. Um hier den Zugverkehr zum nächst möglichen Zeitpunkt aufnehmen zu können, wird zunächst unter der Invalidenstraße am Hauptbahnhof ein unterirdischer Interimsbahnsteig errichtet. Der Interimszustand der City-S-Bahn soll nach DB-Angaben deutlich vor der Inbetriebnahme des Endzustands – geplant für 2026 – ans Netz gehen, um eine vorgezogene verkehrliche Wirkung zu erzielen.

Quelle: DB AG

Nach Angaben der Deutschen Bahn sollen sich die Kosten für den ersten Bauabschnitt auf etwa 319 Millionen Euro belaufen. Medien sprechen sogar von rund 400 Millionen. Die ursprünglich veranschlagten Plankosten lagen 2006 noch bei 190 Millionen Euro. Die Bauabschnitte 2 und 3 vom Hauptbahnhof über den Potsdamer Platz bis hin zur Yorckstraße befinden sich noch in der Planung. Vorgesehen ist, dass 2021 das Planfeststellungsverfahren für den zweiten Abschnitt starten soll. Der dritte Abschnitt befindet sich in einer frühen Phase der Grundlagenermittlung.


red

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