Neue Zugsicherung in Betrieb – Wuppertaler Schwebebahn auf ETCS-Level 3 umgerüstet

Der Bahntechnikhersteller Alstom hat die Schwebebahn in Wuppertal auf ein neues Zugsicherungssystem umgerüstet. Nach Angaben der Wuppertaler Stadtwerke funktioniere das neue Betriebssystem trotz kleinerer Startschwierigkeiten zuverlässig.


Bei der Wuppertaler Schwebebahn ist Anfang September eine neue Version des Zugbeeinflussungssystems Atlas ETCS in Betrieb gegangen. Der Bahntechnikhersteller Alstom hat die gesamte Schwebebahn, darunter 31 Neufahrzeuge und den historischen Kaiserwagen, mit ETCS, dem europäischen Standard für Zugsicherungssysteme, ausgerüstet. Das Wuppertal-Projekt ist die allererste Anwendung von ETCS Level 3 in Deutschland, bei der die Gleisbelegung ausschließlich mithilfe der Zuglokalisierung durch die ETCS-Ausrüstung im Zug realisiert wird. Alstom hat die herkömmlichen streckenseitigen Zugerkennungssysteme – wie Achszähler – durch ein digitales Signalsystem ersetzt. Die mit ETCS ausgestatteten Fahrzeuge übermitteln ab sofort ihre Position direkt per Funk an den Zentralcomputer (Radio Block Centre, RBC).

© Alstom

Wie die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) am Freitag mitteilten, kam es am vergangenen Mittwoch allerdings zu einem halbstündigen Ausfall der Schwebebahn. Der Grund sei eine Störung der Funkverbindung zwischen einzelnen Bahnen und der zentralen Leittechnik gewesen. Laut WSW-Betriebsleiter Christian Kindinger sei die Häufung der Störungen ungewöhnlich gewesen. Das neue Betriebssystem funktioniere an sich aber zuverlässig, so Kindinger weiter. Störungen dieser Art können bei einem neuen Betriebssystem durchaus vorkommen, erklären die Stadtwerke. Einzelne Funkstörungen seien dabei grundsätzlich unproblematisch, da man den Funkkontakt im Regelfall schnell wieder herstellen könne, ohne dass das System komplett angehalten werden muss.


red

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