Bundesrechnungshof: Wirtschaftliche Situation der Deutschen Bahn ist „besorgniserregend“

Bahntower: Konzernzentrale der Deutschen Bahn AG am Potsdamer Platz in Berlin. (Foto: © DB AG / Volker Emersleben)

Laut Medienberichten liegt der Deutschen Presse-Agentur ein Bericht des Bundesrechnungshofes vor, in dem die Behörde die wirtschaftliche Situation der Deutschen Bahn als „besorgniserregend“ einstuft. Dem Bahn-Konzern sollen demnach allein in diesem Jahr mehrere Milliarden Euro fehlen. Bis Jahresende bestünde eine „signifikante Finanzierungslücke von fast 3 Milliarden Euro“, heißt es in dem Bericht, der an den Bundestag adressiert ist.

Sollte ein Verkauf der Auslandstochter Arriva nicht zustande kommen oder die Finanzlücke schließen, sei der Konzern nicht mehr in der Lage, seine Investitionen aus eigener Kraft zu finanzieren. Der Rechnungshof empfiehlt dem Bericht zufolge zudem, den Verkauf der internationalen Logistiktochter Schenker zu prüfen. Denn auch weitere finanzielle Herausforderungen wie den Kauf neuer Züge, die Digitalisierung der Schiene oder das Projekt Stuttgart 21 könne der bundeseigene Konzern „nicht durch operativ erwirtschaftete Cashflows auffangen.“

Die Deutsche Bahn teilt dazu mit, dass ihr kein Bericht des Bundesrechnungshofes vorliege. Ein Konzept zur Finanzierung der DB-Wachstumsstrategie soll in der anstehenden Aufsichtsratssitzung am 18. September erörtert werden. Nach DB-Angaben gebe es „für milliardenschwere Investitionen in Züge, Infrastruktur und Personal einen klaren Fahrplan.“ Die finanzielle Stabilität des Konzerns zeige sich zudem im „unverändert guten Rating am Kapitalmarkt“, erklärt das Unternehmen abschließend.


red