Advertisements

DB Living Lab – In Sachsen wird an der digitalen Zukunft der Eisenbahn gearbeitet

Auf einer rund 25 Kilometer langen Strecke der Erzgebirgsbahn in Sachsen, dem Living Lab, arbeitet die Deutsche Bahn gemeinsam mit ihren Partnern vom „Smart Rail Connectivity Campus“ an der digitalen Zukunft der Eisenbahn. 


Auf einer Strecke der Erzgebirgsbahn, zwischen Annaberg-Buchholz und Schwarzenberg, forscht die Deutsche Bahn gemeinsam mit ihren Partnern an der digitalen Zukunft des Schienennetzes. Das Living Lab der DB Netz AG und der DB Erzgebirgsbahn ist eine Laborumgebung bestehend aus Teststrecke und Testfahrzeugen zur Erprobung neuer betrieblicher Prozesse. Ziel ist es, die Betriebs- und Instandhaltungskosten zu senken und gleichzeitig die Kapazität und Pünktlichkeit im Schienenverkehr zu steigern. Da außer einigen, wenigen touristischen Zügen auf dem rund 25 Kilometer langen Streckenabschnitt kein regulärer Bahnbetrieb stattfindet, besteht hier nach Angaben der Deutschen Bahn die einzigartige Möglichkeit, sowohl Software- als auch Hardwarelösungen für den Betrieb von Fahrzeugen und Infrastruktur unter verschiedensten Betriebsbedingungen zu testen. Auch der „Smart Rail Connectivity Campus“ ist an der Entwicklung neuer Technologien und Betriebsverfahren maßgeblich beteiligt.

Digitales Stellwerk

Anfang 2018 hat die Deutsche Bahn das erste digitale Stellwerk (DSTW) in Annaberg-Buchholz in Betrieb genommen. Charakteristisch für die neue Stellwerksarchitektur ist, dass die Stellbefehle des Fahrdienstleiters an Weichen, Signale oder Gleiskontakte digital über Netzwerktechnik übermittelt werden. Die bisher erforderlichen individuellen Verbindungen zu einzelnen Stellelementen über teils kilometerlange Kabelbündel entfallen. Durch die beim DSTW bestehende Netzwerkverbindung per Datenleitung können Signale und Weichen darüber hinaus in deutlich größeren Entfernungen gesteuert werden.

Praxistest mit ETCS Level 3

Vor rund einem Jahr, am 6. September 2018, haben die Infrastrukturtochter der Deutschen Bahn, DB Netz, und die Bahntechnikhersteller Thales und Bombardier Transportation einen Praxistest mit dem Zugsicherungssystem ETCS Level 3 unternommen. Auf der eingleisigen Bahnstrecke zwischen Annaberg-Buchholz und Schwarzenberg wurde dafür ein Triebwagen vom Typ NE 81 von Thales und eine dieselelektrische TRAXX-Lokomotive des Betreibers Pressnitztalbahn eingesetzt. Für die Versuche unter dem Label „ETCS Level 3 Hybrid“ hatte Thales seinen Triebwagen „Lucy Train“ mit der notwendigen ETCS-Onboard-Technik ausgerüstet. Zudem wurden aus dem Thales-Defence-Bereich Wärmebildgeräte eingesetzt.

Planungen für die nahe Zukunft

  • Aufbau eines 5G-Testnetzes entlang der Bahnteststrecke
  • Nutzung des 5G-Testnetzes zur Unterstützung von Automatisierungslösungen für den Bahn-und Straßenverkehr sowie für die Verknüpfung beider Verkehrsträger
  • Einbau zuverlässiger und präziser Ortungssysteme als entscheidende Voraussetzung für sichere Automatisierungslösungen
  • Feldtest und Verifikation verschiedenster Technologien für den Einsatz in sicherheitskritischen Bereichen innerhalb des Eisenbahnsystems
  • Test und Validierung des autonomen Betriebs von Schienenfahrzeugen

red

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: