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Sondersitzung beschließt Notvergabe – Transdev soll Städtebahn im VVO-Dieselnetz ersetzen

Die Nahverkehrsleistungen im VVO-Dieselnetz im Raum Dresden, die zuletzt von der Städtebahn Sachsen betrieben wurden, sollen für die kommenden zwei Jahre von der Transdev Regio Ost GmbH erbracht werden. Ende Juli hatte der bisherige Betreiber den Verkehr aufgrund einer fristlosen Kündigung durch den Zugvermieter Alpha Trains einstellen müssen. Kurz darauf meldete die Städtebahn Insolvenz an.


Nach der Betriebseinstellung der Städtebahn Sachsen und der Kündigung des Verkehrsvertrages durch den Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) Ende Juli hat die Verbandsversammlung am Montag (16. September) die Notvergabe der Verkehrsleistungen beschlossen. Für den Zeitraum bis Ende 2021 soll das VVO-Dieselnetz von der Transdev Regio Ost GmbH betrieben werden.

Wie der VVO mitteilt, unterschieden sich die Angebote der interessierten Eisenbahnunternehmen deutlich, lagen aber alle über dem bisherigen Betreiber. „Die notwendigen Zuschüsse spiegeln einerseits die kurze Laufzeit, andererseits die deutlich gestiegenen Kosten, insbesondere für Löhne und Gehälter, wider, die in Folge des Mangels an Lokführern und Zugbegleitern gezahlt werden“, erläuterte Landrat Arndt Steinbach, stellvertretender Verbandsvorsitzender. „Wir sind froh, dass wir von Transdev ein Angebot erhalten haben, das der Haushalt des VVO in den kommenden zwei Jahren verkraften kann.“ Klaus-Peter Schölzke von der Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer (GDL) sagte: „Mit der erfolgreichen Notvergabe erhalten die Kolleginnen und Kollegen nun eine Perspektive für die Zukunft in einem Unternehmen mit dem Bundesrahmentarifvertrag der GDL. Die Zeit der Unsicherheit geht damit zu Ende.“

Unterlegene Bieter haben nun die Möglichkeit, innerhalb von zehn Tagen Widerspruch einzulegen. Der VVO hofft, dass der neue Betreiber in wenigen Wochen den Zugverkehr von der Städtebahn Sachsen übernehmen kann. 

Das VVO-Dieselnetz umfasst die Bahnstrecken zwischen Dresden, Kamenz und Königsbrück, durch das Müglitztal nach Altenberg sowie zwischen Pirna und Sebnitz. Die jährliche Zugleistung umfasst rund 1,9 Millionen Zugkilometer. Im Netz sind täglich knapp 10.000 Fahrgäste unterwegs. Die Transdev GmbH mit Sitz in Berlin ist Tochter der französischen Transdev Group und das zweitgrößte in Deutschland aktive Eisenbahn- und Busunternehmen. Im VVO ist Transdev bereits als Betreiber des Elektronetzes Mittelsachsen sowie als Eigentümer der Regionalbus Oberlausitz (RBO) aktiv. 

Die Städtebahn Sachsen GmbH hatte Ende Juli Insolvenz angemeldet und kurz zuvor nach einer fristlosen Kündigung durch den Zugvermieter Alpha Trains ihren Betrieb eingestellt. Das Amtsgericht Aschaffenburg ordnete daraufhin das vorläufige Verfahren an und bestellte Stephan Laubereau von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Mitte August wurde der Zugverkehr vorübergehend wieder aufgenommen. Bis zur Betriebsaufnahme des neuen Betreibers verkehren weiterhin Züge der Städtebahn.


red

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