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VRR kündigt S-Bahn-Vertrag mit Keolis – DB Regio soll per Notvergabe übernehmen

Der Vergabeausschuss des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) hat beschlossen, den im Dezember startenden Verkehrsvertrag für die S-Bahn-Linien S 1 und S 4 mit dem Bahnunternehmen Keolis zu kündigen. Der VRR nennt als Grund, dass dem Unternehmen rund die Hälfte der notwendigen Triebfahrzeugführer zwölf Wochen vor der Betriebsübernahme fehlen.


Weil das Bahnunternehmen Keolis Deutschland GmbH & Co. KG (Keolis), besser bekannt unter dem Markennamen „eurobahn“, etwa die Hälfte der notwendigen Planstellen mit Triebfahrzeugführern für den künftigen S-Bahn-Betrieb der Linien S 1 (Solingen – Düsseldorf – Essen – Dortmund) und S 4 (Dortmund-Lütgendortmund – Unna) nicht besetzen kann, hat der Vergabeausschuss des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) beschlossen, den zum 15. Dezember 2019 startenden Verkehrsvertrag zu kündigen. Wie der Verkehrsverbund am Mittwoch mitteilte, sei andernfalls ein zuverlässiger Betrieb der Linien ab Mitte Dezember nicht gewährleistet. Der Vorstand werde außerdem veranlassen, dass der heutige Betreiber, die DB Regio AG über eine Notvergabe die Betriebsleistungen auf diesen beiden S-Bahn-Linien weiter erbringt. Die aktuell auf den Linien verkehrenden redesignten Fahrzeuge des Typs ET 422 bleiben im Einsatz.

Die beiden S-Bahn-Linien sollen parallel zur Notvergabe im Rahmen eines europaweiten wettbewerblichen Vergabeverfahrens neu ausgeschrieben werden. Auch dafür habe der VRR einen Beschluss und Auftrag aus dem zuständigen politischen Vergabegremium bekommen. Sämtliche Beschlüsse und Maßnahmen seien mit dem am Verfahren beteiligten Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) abgestimmt.

„Insbesondere nach der durch den NWL und dem VRR ausgesprochenen Abmahnung von Keolis Ende des letzten Jahres müsste deutlich geworden sein, dass wir durchaus bereit sind auch konsequente Schritte zu gehen, um die Qualität im SPNV zu sichern“, stellt VRR-Vorstandssprecher Ronald R.F. Lünser fest. „Fehlende Triebfahrzeugführer sind in der Branche ein bekanntes Problem, das dringend über Ausbildungsprogramme behoben werden muss. Jedoch kann Keolis realistisch binnen drei Monaten keine rund 60-80 Mitarbeiter qualifizieren und somit keinen verlässlichen Fahrbetrieb garantieren. Umso unverständlicher ist es, dass seit Vertragsabschluss im Jahr 2016, das Unternehmen nicht in der Lage ist die notwendigen Rekrutierungen von Personalen umzusetzen“, so Lünser abschließend.


red

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