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Deutsche Bahn gründet Gesellschaft zur Digitalisierung des Schienennetzes

Die Deutsche Bahn gründet die Digitale Schiene Deutschland GmbH, ein Unternehmen, das den technologischen Wandel auf der Schiene jetzt deutlich vorantreiben soll. Die Aufgabe der neuen Gesellschaft sei es, die Projekte zu koordinieren und Zukunftstechnologien zu bündeln. „Über die DSD GmbH werden zukünftig Vertreter aus Verbänden, von Eisenbahnverkehrsunternehmen sowie der Bahnindustrie eng zusammenarbeiten“, teilt die Deutsche Bahn mit. Ab 2020 soll mit ihr der Aufbau des digitalen Bahnbetriebs organisiert und der industrielle Flächenrollout der Zukunftstechnologien vorbereitet werden. Die neue Organisation wurde am Montag in Berlin auf dem „Forum Digitale Schiene Deutschland 2019“ rund 190 Branchenvertretern vorgestellt.

Auf dem Berliner Forum unterzeichneten Vertreter der Bahnverbände und der Politik zudem eine „DSD-Rollout-Initiative“. Damit verabredet der Sektor den organisierten und vertrauensvollen Austausch zu den Themen:

  • Rolloutplan zur Ausrüstung von Infrastruktur mit dem European Train Control System („ETCS“) und Digitaler Stellwerkstechnologie („DSTW“) beginnend mit dem Starterpaket
  • Rolloutplan zur entsprechenden Ausrüstung der Fahrzeuge
  • Technische Standards und Beschleunigung von Prozessen
  • Finanzierungsmix von Maßnahmen an Eisenbahninfrastruktur und Fahrzeugen
  • sowie Entwicklung des digitalen Bahnbetriebs auf dem Fundament des Rollouts von ETCS/DSTW.

Das Schienennetz soll in den kommenden Jahren mit ETCS und digitaler Stellwerkstechnologie ausgerüstet werden. Die Deutsche Bahn verspricht sich von der neuen Technologie „bis zu 35 Prozent mehr Kapazitäten im Netz, höhere Qualität und Pünktlichkeit, weniger Kosten in Instandhaltung und Betrieb durch die moderne, einheitliche Anlagenarchitektur, europäische Interoperabilität der Systeme sowie eine verbesserte Energieeffizienz.“

Die Digitalisierung – also die Umstellung von konventioneller Signaltechnik auf funkgesteuerten Bahnbetrieb – ist nach Auffassung der Deutschen Bahn neben dem weiteren Ausbau des Netzes und der Anwendung innovativer Technologien „der wichtigste Hebel, um das System Eisenbahn leistungsfähiger und zukunftsfest zu machen.“

Ein erstes Starterpaket, das ab 2020 umgesetzt werden soll, umfasst die drei Vorhaben: ETCS-Durchfahrbarkeit des TEN-Korridors Skandinavien–Mittelmeer, Schnellfahrstrecke Köln—Rhein/Main und das Metropolenprojekt S-Bahn Stuttgart. Diese Maßnahmen erfordern laut einer Machbarkeitsstudie des Bundes bis 2030 Investitionen im Umfang von rund 4,7 Milliarden Euro. Bis 2023 sind zunächst 570 Millionen Euro für die drei Startvorhaben geplant.


red

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