EBA veröffentlicht Sicherheitsbericht – Zahl signifikanter Unfälle ging 2018 zurück

Im vergangenen Jahr ereigneten sich im deutschen Eisenbahnsystem insgesamt 302 „signifikante“ Unfälle. Zu diesem Ergebnis kommt der kürzlich veröffentlichte Sicherheitsbericht 2018. Ein Jahr zuvor waren es noch 346 Unfälle dieser Art. Laut dem Eisenbahn-Bundesamt ging sowohl die Zahl der schwer verletzten als auch der getöteten Personen zurück.


Das Eisenbahn-Bundesamt hat den Sicherheitsbericht 2018 veröffentlicht. Die Aufsichtsbehörde kommt darin zu dem Ergebnis, dass das hohe Sicherheitsniveau im deutschen Eisenbahnsystem auch im vergangenen Jahr fortbestanden hat. Auch wenn in einigen Unfallarten gering steigende Ereigniszahlen vorlagen, sei dabei die ebenfalls steigende Verkehrsleistung zu berücksichtigen. Allerdings erfasst das EBA nur „signifikante Unfälle“, wodurch die Daten von den tatsächlichen Unfallzahlen der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) abweichen. Wesentliche strukturelle Defizite habe das Eisenbahn-Bundesamt 2018 nach eigenen Angaben nicht registriert. Festgestellte Defizite im Rahmen von Überwachungen seien kommuniziert und die Beseitigung – soweit notwendig – stichprobenweise überwacht worden.

Die Handlungssicherheit des Betriebspersonals, auch im Hinblick auf die Zugkollision in Aichach, ist laut EBA ein zentrales Thema gewesen. „Unter dem Aspekt der Handlungssicherheit waren bereits in den Vorjahren einige Auffälligkeiten zu verzeichnen, etwa mit Blick auf die Zahl überfahrener Haltesignale oder auf die Betriebsführung auf Seiten der Infrastrukturbetreiber. Für das Eisenbahn-Bundesamt heißt das, dass es seine Strategie der Aufsicht über die Eisenbahnen hinsichtlich Form und Intensität beibehalten wird“, erklärt die Behörde.

Unfallopfer

Die Zahl der bei Eisenbahnunfällen schwer verletzten Personen lag im Jahr 2018 mit 114 Personen deutlich unter dem Wert des Vorjahres (2017: 165 Schwerverletzte) und auch deutlich unter dem Mittelwert seit Beginn der Erfassung der Indikatoren im Jahr 2007. Die Zahl der gefahrenen Zugkilometer stieg leicht an, dadurch lag die Zahl der schwer verletzten Personen bezogen auf gefahrene Zugkilometer mit 0,105 Schwerverletzten pro Mio. Zugkilometer ebenfalls deutlich unter der des Vorjahres (0,154). Die Zahl der schwer verletzten Fahrgäste ist im Jahresvergleich von 41 auf 13 gesunken.

In Bezug auf die bei Eisenbahnunfällen getöteten Personen war erfreulicherweise ebenfalls ein deutlicher Rückgang von 157 im Jahr 2017 auf 128 im Berichtsjahr 2018 zu verzeichnen. Auch relativ bedeutet dies einen deutlichen Rückgang von 0,146 auf 0,118 getötete Personen pro Mio. Zugkilometer. Ähnlich wie in den Vorjahren sind über 90 % aller Todesfälle den Kategorien „Benutzer von Bahnübergängen“ und „unbefugte Personen auf Eisenbahnanlagen“ zuzuordnen. Zwei Drittel der insgesamt getöteten Personen sind Unbefugte auf Bahnanlagen.

Vorläufer von Unfällen

Schienenbrüche, Schienenverbiegungen, Signalisierungsfehler und überfahrene Haltesignale gehörten laut EBA zu den Vorläufern von Unfällen. Die Zahl der Schienenbrüche blieb mit 297 relativ konstant und damit weiterhin deutlich unter dem langjährigen Mittelwert. Im Bereich der überfahrenen Haltesignale nahm die Zahl der Ereignisse nach dem deutlichen Anstieg im Jahr 2014 (+ 25 %) auch im vierten Jahr in Folge weiter zu.

Zum Sicherheitsbericht 2018


red

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