Sitzblockade im Gleis – 30-Jähriger verhindert Zugabfahrt im Kieler Hbf

Am Sonntagabend (13. Oktober) wurde eine Streife der Bundespolizei zu einem ungewöhnlichen Einsatz im Kieler Hauptbahnhof gerufen. Gegen 20 Uhr meldete der Triebfahrzeugführer von RE 21230, dass sich eine Person sitzend im Gleis vor dem Zug befindet. Trotz mehrfacher Ansprachen reagierte der Mann nicht und blieb minutenlang einfach sitzen.

Als Bundespolizisten am Gleis 6b eintrafen, forderten sie den Mann auf, die Gleise unverzüglich zu verlassen. Als der 30-jährige Iraker der Aufforderung nicht nachkam, stiegen die Beamten selbst ins Gleis. Beim Herausholen versuchte sich der Mann mit den Beinen an der Bahnsteigkante festzuhalten. Den Beamten gelang es schließlich den 30-Jährigen auf den Bahnsteig zu holen. Zur Durchführung der weiteren Maßnahmen wurde der Mann zur Wache gebracht. Ein freiwilliger Atemalkoholtest ergab einen Wert von 0,65 Promille. Bei der Personalienfeststellung gab der Mann eine Aufenthaltsgestattung für Deutschland heraus, die bereits im Februar 2019 abgelaufen war. Bei der anschließenden Durchsuchung des Irakers, wurde sein noch gültiger irakischer Reisepass aufgefunden.

Warum der Mann den Zug nach Husum blockierte blieb laut Polizeiangaben sein Geheimnis. Die Abfahrt des Zuges verspätete sich letztendlich nur um drei Minuten. Der Iraker allerdings, muss sich jetzt wegen Nötigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und unerlaubten Aufenthaltes ohne Aufenthaltstitel verantworten. Nach der Anzeigenaufnahme wurde der Mann in den Zug gesetzt und zur Erstaufnahmeeinrichtung nach Neumünster geschickt.


red, Titelfoto: Bahnblogstelle (Symbolbild)

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