Deutsche Bahn: 875 Brücken in fünf Jahren „umfassend“ modernisiert – weitere 2.000 sollen folgen

Die Deutsche Bahn hat in den letzten fünf Jahren hunderte Eisenbahnbrücken „umfassend“ modernisiert. Die Eisenbahnbrücke in der Königstraße in Hannover ist die 875. und damit letzte Brücke, die im Rahmen eines Brückenmodernisierungsprogramms fertiggestellt wurde. Ihre symbolische Eröffnung wurde am vergangenen Freitag (11. Oktober) im Beisein von DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla, dem Parlamentarischen Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann und dem niedersächsischen Finanzminister Reinhold Hilbers gefeiert.


Gemäß der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung II (LuFV II) zwischen Bahn und Bund sollten zwischen 2015 und 2019 rund 28 Milliarden Euro in die bestehende Schieneninfrastruktur fließen. Über drei Milliarden Euro davon wurden allein für die Eisenbahnbrücken zur Verfügung gestellt.

Vor fünf Jahren wurde die Erneuerung von 875 Brücken versprochen. Mit dem jetzigen Abschluss habe man „Wort gehalten“, sagte DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla. „Und wir legen nochmal drauf: Bis Jahresende schaffen wir 25 weitere Brücken. Für die kommenden zehn Jahre stehen mit der Folgevereinbarung der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung rund 86 Milliarden zur Verfügung – eine echte Rekordsumme und das richtige Signal für die dringend benötigte Verkehrswende in Deutschland“, so Pofalla.

„Jetzt gilt es, die gesammelten Erfahrungen für die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung III zu nutzen. Diese soll erstmals auch den Nachholbedarf, der teilweise auch auf Brücken entfällt, abbauen. Dafür werden zusätzliche 4,5 Milliarden Euro bereitgestellt. Die Brücken sind zwar nur ein Teil der Eisenbahninfrastruktur, an ihrem Beispiel zeigt sich jedoch, wie wir heute die Leistungsfähigkeit der Schiene von morgen verbessern“, so Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatsekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Um die Sicherheit der Brücken zu gewährleisten, müssen alle Bauwerke nach vorgeschriebenen Fristen regelmäßig von Experten inspiziert und geprüft werden. Gutachter, Prüfer und Sachverständige müssen eine geeignete Ausbildung sowie weitere Qualifikationen und Berufserfahrung haben, um auch durch das Eisenbahn-Bundesamt – der Aufsichtsbehörde – anerkannt zu werden. Im Ergebnis der Prüfungen gibt es Schulnoten für die Eisenbahnbrücken. Der Gesamtzustand der deutschen Eisenbahnbrücken werde nach DB-Angaben regelmäßig mit „gut“ bewertet. Damit dies so bleibt, investiert der Konzern nach eigenen Angaben umfassend in Instandhaltung, Erhalt und Erneuerung. In den kommenden zehn Jahren sollen weitere 2.000 Eisenbahnbrücken erneuert werden. Insgesamt unterhält die Deutsche Bahn bundesweit mehr als 25.700 Eisenbahnbrücken unterschiedlichster Bauart. Viele von ihnen sind teils über 100 Jahre alt.


red, Titelfoto: DB AG (Archiv)

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