Pro Bahn fordert bessere Planung baubedingter Streckensperrungen in München

Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert die gleichzeitige Sperrung von U-Bahn und S-Bahn in der Münchner Innenstadt. „Mit der Komplettsperrung der S-Bahn und dem 15-Minuten-Takt auf der Nord-Süd-Achse klemmen die Verkehrsunternehmen die Adern der Innenstadt ab“, kritisiert Andreas Barth, Münchner Sprecher des bundesweiten Fahrgastverbandes Pro Bahn. An diesem Wochenende ist die S-Bahn-Stammstrecke zwischen Pasing und Ostbahnhof gesperrt. Gleichzeitig fährt wegen des Umbaus am Sendlinger-Tor-Platz auf der U3/6 im Innenstadtbereich nur alle 15 Minuten ein Zug.

In einem Brief fordert der Verband die Verantwortlichen der Deutschen Bahn und der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) auf, künftig Baustellen miteinander im Vorfeld abzustimmen.

Der Brief im Wortlaut:

„Sehr geehrter Herr Wortmann,
sehr geehrter Herr Josel,

wir schreiben an Sie als Verantwortliche für die beiden großen Infrastrukturunternehmen im Umweltverbund in München.

An diesem Wochenende (18.-20.10.2019) ist gleichzeitig die S-Bahn-Stammstrecke in München gesperrt, und auch die Nord-Süd-U-Bahn U3/6 zwischen Odeonsplatz und Goetheplatz / Implerstraße unterbrochen und fährt nur alle 15 Minuten.

Jede Maßnahme alleine führt bereits zu erheblichen Einschränkungen für die Fahrgäste. In Summe ist die Erreichbarkeit der Münchner Innenstadt nicht mehr gegeben. Dies passiert leider auch nicht zum ersten Mal, daher ist dies ein systematisches Problem.

Im Sinne des Verbundgedankens halten wir es für wichtig, die Baumaßnahmen so zu koordinieren, dass nicht gleichzeitig Baumaßnahmen mit Sperrungen bei U-Bahn und S-Bahn stattfinden, und auch nicht an Wochenenden mit größeren Einschränkungen an der Oberfläche wie dem München-Marathon.

Auch wenn für dieses Wochenende wir hier nicht mehr mit einer Änderung rechnen, so wäre dies für Baumaßnahmen ab 2020 durchaus möglich und auch sinnvoll. Wir bitten Sie daher, das Nötige in die Wege zu leiten.

Zusätzlich wäre insbesondere im Bereich der S-Bahn auch eine Verbesserung des Ersatzfahrplans nötig, beispielsweise indem der 20-Minuten-Takt auf der S1 aufrechterhalten wird, oder durch einen Behelfsbahnsteig an der Poccistraße, so dass ein Umsteigen zwischen S-Bahn und U3/6 ermöglicht wird.

Diesen Brief werden wir veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen
gez. Andreas Barth
Leiter Regionalgruppe München“


red, Titelfoto: Bahnblogstelle (Archiv)

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