Frustration bei der SBB? – Mitarbeiter verlieren laut Medienbericht Vertrauen ins Management

Laut einem Medienbericht haben sich zahlreiche Angestellte der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) wegen Sicherheitsproblemen und Vertrauensverlust in den vergangenen Wochen an die Präsidentin des Verwaltungsrates der SBB, Monika Ribar, gewandt. Wie die Boulevardzeitung Blick berichtet, beklagen sich Mitarbeiter über fehlende Lokführer und massive Überstunden. Einige Angestellte seien frustriert. Der Zeitung sind nach eigenen Angaben sogar erste Fälle von Burnout bekannt. Besonders nach dem tragischen Unfalltod eines Zugbegleiters, der Anfang August bei der Abfahrt in einer defekten Zugtür eingeklemmt wurde, hätten viele Mitarbeiter das Vertrauen ins Management verloren, heißt es.

Zudem gebe es dem Bericht zufolge eine lange Liste an Sicherheitsmängeln. So seien einige Fahrzeuge mit ausgeschalteten Brandmeldeanlagen oder mit Bremsproblemen „tageweise“ unterwegs. Die SBB widerspricht: Wie ein SBB-Sprecher gegenüber der Zeitung erklärte, würden Züge nicht fahren, wenn sicherheitsrelevante Komponenten nicht betriebsfähig seien. Auch die Brandmeldeanlagen würden einwandfrei funktionieren, so der Sprecher weiter. Eine einzige Störung sei „vor wenigen Wochen“ bei einem Testfahrzeug – auf einer nicht kommerziellen Fahrt – festgestellt worden.

Die Verwaltungsratspräsidentin hat nun den Leiter der internen Revision, Stefan Raimann, beauftragt, bei der Aufarbeitung aller gemeldeten Probleme mitzuarbeiten.


red, Titelfoto: SBB

Advertisements