DB legt geplanten Börsengang von Arriva vorerst auf Eis

Der Vorstand der Deutschen Bahn bringt seine britische Tochtergesellschaft Arriva vorerst nicht wie geplant an die Börse. Das Brexit-Chaos mache das Geschäft zu riskant.


Wie der SPIEGEL berichtet, wollte DB-Finanzvorstand Alexander Doll den Arriva-Konzern an die Börse in Amsterdam bringen. Daraus werde allerdings aufgrund des derzeitigen Brexit-Chaos erst einmal nichts. Auf einer kurzfristig anberaumten Telefonkonferenz habe der Aufsichtsrat am Freitag beschlossen, den Deal auf Eis zu legen. Bei den „aktuellen politischen Unsicherheiten“ sei eine Bekanntgabe des Börsengangs im Oktober und ein Börsengang im November „riskant“, heißt es laut dem Bericht aus Aufsichtsratskreisen. Die Deutsche Bahn hatte das in Großbritannien ansässige Verkehrsunternehmen 2010 für knapp drei Milliarden Euro übernommen. Ein Verkauf oder Börsengang soll mindestens die gleiche Summe wieder einspielen und die finanzielle Situation des DB-Konzerns verbessern.

Jetzt soll über den Arriva-Verkauf im Aufsichtsrat frühestens im Januar, vielleicht aber auch erst im April entschieden werden, schreibt der SPIEGEL weiter. Dies sei abhängig vom Austrittszeitpunkt Großbritanniens aus der EU. Laut einem Bericht der Neuen Presse erklärte eine Bahnsprecherin, dass man „noch in diesem Jahr eine Entscheidung treffen“ werde, welchen genauen Weg die Deutsche Bahn beschreiten wolle.

Unter der Marke Arriva betreibt die DB verschiedene Regionalverkehre mit Bussen und Bahnen in unterschiedlichen europäischen Ländern. Nach Unternehmensangaben beschäftigt Arriva europaweit rund 53.000 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 5,44 Milliarden Euro.


red, Titelfoto: DB AG (Archiv)

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