RheinJet gibt Fernverkehrsprojekt vor Betriebsstart auf – Geschäftsführer wirft DB-Konzern „Preisdumping“ vor

RheinJet gibt die geplante Zugverbindung zwischen Stuttgart, Frankfurt(Main) und München noch vor Betriebsstart wieder auf. Der Geschäftsführer des Unternehmens wirft der Deutschen Bahn einen Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung vor.


Die RheinJet GmbH, die ab dem 8. November eine eigene Zugverbindung zwischen Stuttgart, Frankfurt(Main) und München anbieten wollte, gibt ihr Fernverkehrsprojekt offenbar auf. Das auf private Charterflüge spezialisierte Unternehmen hatte Ende August angekündigt, die Städte nacheinander mit einem Fernzug anfahren zu wollen. Zum Auftakt sollte der Zug jeweils freitags im 14-Tage-Rhythmus zwischen 14:06 und 0:31 Uhr unterwegs sein (Bahnblogstelle berichtete).

Nach Angaben von RheinJet habe der DB-Konzern auf die Streckenankündigung des eigenen Unternehmens „mit einem massiven Preisdumping“ reagiert. Insbesondere auf der Strecke Frankfurt–München seien die Preise „an den RheinJet-Verkehrstagen“ drastisch reduziert worden. „Wenn die Bahn auf der Strecke Frankfurt–München vor unserem Marktstart ausschließlich 59 bis 89 Euro an Freitagen verlangt hat, jetzt an unseren Verkehrstagen auf 19 bis 29 Euro reduziert, dann ist das Dumping und kein Wettbewerb“, zeigt sich RheinJet-Geschäftsführer Martin Michael verärgert. Aus diesem Grund kündigte RheinJet bereits vor einigen Wochen an, Beschwerde beim Bundeskartellamt sowie der Europäischen Wettbewerbskommission einreichen zu wollen. Das Unternehmen wirft der Deutschen Bahn einen Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung vor.

Der DB-Konzern wies die Vorwürfe laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur als „absurd“ zurück. Einem Bahnsprecher zufolge würde die 14-tägige Verbindung von RheinJet bei der Preisbildung der Deutschen Bahn „definitiv keine Rolle“ spielen. Immerhin seien täglich 40 ICE zwischen Frankfurt und München unterwegs.

Mit dem jetzigen Rückzug von RheinJet bleibt der Reiseanbieter FlixMobility mit seinen grünen FlixTrain-Zügen vorerst der einzige Konkurrent zur Deutschen Bahn im Fernverkehr. Der Marktanteil in diesem Bereich liegt zu 99 Prozent beim DB-Konzern.


red, Titelfoto: Pixabay (Archiv)

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