Ausbaustrecke München–Lindau: Größter Bahnbrücken-Neubau im Allgäu nimmt Gestalt an

Mit dem Einhub der Brückenträger nimmt das größte Einzelbauwerk auf der Ausbaustrecke (ABS 48) zwischen München und Lindau nun Gestalt an. Neben der alten rund 130 Jahre alten Bahnbrücke entsteht derzeit ein neues 116 Meter langes Bauwerk. „Wir errichten für 10 Millionen Euro die neue Brücke direkt neben der alten, reißen diese dann ab und schieben die neue Brücke an die richtige Position“, erklärt Projektleiter Matthias Gunsch. Ab dem Frühjahr 2020 sollen hier die Züge auf neuen Gleisen über den Fluss „Obere Argen“ fahren.

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Am Dienstag und Mittwoch (22./23. Oktober) wurden die drei Brückenteile, die je eine Länge zwischen 35 und 45 Metern haben, von zwei 750-Tonnen-Kränen eingehoben. Die Bauarbeiten für die Brücke haben Anfang des Jahres begonnen. Zunächst wurden die Widerlager verbreitert. Damit die Brücke den Belastungen durch die Züge standhalten kann, wurden insgesamt 42 Pfähle als Anker in den Bahndamm getrieben. Sie haben einen Durchmesser von 1,20 Meter und sind zwischen 12 und ca. 25 Meter lang.

Zwischen 2018 und 2020 fließen fast 650 Millionen Euro in die Schieneninfrastruktur der 157 Kilometer langen Strecke zwischen München und Lindau. Für den Streckenausbau werden zahlreiche Arbeiten an den Gleisen und Bahnstationen vorgenommen. Unter anderem müssen 3.500 Oberleitungsmasten gesetzt werden, 27 Bahnübergänge und 43 Straßenbrücken sind an die Oberleitung anzupassen. Drei Viertel des Ausbaus sind nach Angaben der Deutschen Bahn bereits durchgeführt. Auf über 100 Kilometern Strecken ist die Oberleitung bereits errichtet. Zudem werden 17 Stellwerke neu bzw. umgebaut und 30 Kilometer Gleise erneuert.

Die Fahrzeit zwischen München und Zürich soll ab Ende 2020 um fast eine Stunde auf weniger als 3 Stunden 30 Minuten verkürzt werden. Züge können die Strecke dann mit bis zu 160 km/h befahren.


red – aktualisiert, Titelfoto: DB AG / Franz Lindemair

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