Berliner S-Bahn-Baureihe ET 481 erhält neues Design – 309 Viertelzüge werden umgebaut

Die S-Bahn Berlin saniert und gestaltet die Baureihe ET 481 aus den Jahren 1997 bis 2004 komplett um. Am Dienstag (22. Oktober) wurde das erste runderneuerte Fahrzeug im Werk Schöneweide der Öffentlichkeit präsentiert. Anschließend erfolgte die Jungfernfahrt im regulären Fahrgastbetrieb auf der Linie S47.

Die modernisierten Fahrzeuge sollen in ihrem Erscheinungsbild den neuen S-Bahn-Zügen, die ab 2021 zum Einsatz kommen, ähnlich sehen. Daher sind die Lackierung, Sitze und Polster sowie die Fußböden im selben Design gehalten. Durch die Umgestaltung soll der zuverlässige Weiterbetrieb der 309 Viertelzüge auch in den kommenden Jahren gewährleistet sein.

Die Umbaumaßnahmen im Überblick:

  • Mehr als 6.000 laufende Meter Wagenkasten-Langträger werden auf Korrosion untersucht und bei Befund saniert.
  • Gut 7.000 neue, schwarze Türflügel werden an den Einstiegen verbaut.
  • 5.000 Videokameras werden zur Überwachung des Fahrgastraumes installiert.
  • Mehr als 27.000 neue Sitzgestelle und blaue Polster werden verbaut.
  • Knapp 29.000 Quadratmeter Fußbodenplatten und 32.000 Quadratmeter Belag werden neu verlegt.
  • Horizontale Haltestangen werden nachgerüstet.
  • 12.000 taktile Türöffnungstaster werden eingebaut.
  • Um auch die elektronischen Komponenten der Züge zuverlässiger zu machen, bekommen sie eine besondere Erneuerung im Bereich Fahrzeugsteuerung. Dort werden Fahrschalter und elektrische Schaltmittel ausgetauscht, um altersbedingte Störungen zu verhindern.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Den kompletten Umbau der ET 481-Flotte ermöglichen die Länder Berlin und Brandenburg im Rahmen des Interimsvertrages. Für die Ausrüstung der Schleif- und Klebehalle im Werk Schöneweide wurden nach DB-Angaben zwei Millionen Euro investiert. Bis 2024 werden etwa 360 Handwerker im Werk Schöneweide ein Drittel ihrer Zeit ausschließlich mit den Umbauarbeiten beschäftigt sein. Insgesamt umfasst das Projekt rund 50.000 Engineering-Stunden. Weil gleichzeitig 21 Viertelzüge für je elf Wochen umbaubedingt aus dem Verkehr genommen werden müssen, ist das Projekt auch für die Fahrzeugdisposition eine wahre Herkulesaufgabe.

„Engineering und Umbau machen wir in Schöneweide selbst. Das ist eine große Herausforderung, schließlich dürfen im Betrieb keine Fahrzeuge fehlen“, erklärt S-Bahn-Chef Peter Buchner. Susanne Henckel, die Chefin des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg ergänzt: „Der komplett überarbeitete Innenraumbereich mit frischem Design, zusätzlichen Videokameras und mehr Barrierefreiheit verbessert die Qualität in allen Bereichen erheblich. Diese Fahrzeuge erhalten hier ein ‚zweites Leben‘. Damit geben wir den Menschen wieder einen Grund mehr um auf die Bahn umzusteigen.“


red, Titelfoto: Christian M.

Advertisements