Land Schleswig Holstein und Stadler unterzeichnen Liefervertrag über 55 FLIRT Akku-Triebzüge

Stadler und der Nahverkehrsverbund Schleswig Holstein NAH.SH haben am 14. Oktober einen Liefervertrag über 55 Akku-Triebzüge unterzeichnet. Die lokal emissionsfreien Fahrzeuge sollen ab Ende 2022 in den bisher mit Diesel-Triebzügen betriebenen Netzen Nord und Ost zum Einsatz kommen. Neben der Lieferung der Fahrzeuge ist Stadler über einen Zeitraum von 30 Jahren für die Instandhaltung der Fahrzeuge verantwortlich. Der Auftragswert liegt bei rund 600 Millionen Euro.


Nach Abschluss eines fast drei Jahre dauernden Vergabeverfahrens haben Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz und Jure Mikolčić, CEO von Stadler in Deutschland, Mitte Oktober in Kiel den Liefer- und Instandhaltungsvertrag über 55 batteriebetriebene Züge des Typs FLIRT Akku unterzeichnet. Die neuen Triebzüge werden energiesparender und vor allem wesentlich emissionsärmer als die bisherigen Dieseltriebwagen sein. Hergestellt werden sie von der deutschen Tochter des Schweizer Schienenfahrzeugherstellers Stadler. Neben der Lieferung wird Stadler die Fahrzeuge über einen Zeitraum von 30 Jahren instand halten. Dass der Fahrzeughersteller für die Instandhaltung der Fahrzeuge verantwortlich sein wird, ist in Schleswig-Holstein eine Neuheit. Verkehrsminister Buchholz: „Gerade nach den Erfahrungen auf der Marschbahn, aber auch in anderen Netzen, war es uns wichtig, den Hersteller mit in die Alltagsverantwortung zu nehmen.“ Stadler plant, die Instandhaltung an den Standorten Neumünster und Rendsburg durchzuführen.

Im Anschluss an die Vertragsunterzeichnung stellte Stadler dem Verkehrsminister die neuen Züge während einer Fahrt mit einem FLIRT Akku-Testträger von Kiel nach Oppendorf vor. Sie sind leiser, spurtstärker und dank einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h deutlich schneller. Betrieben werden die Fahrzeuge auf den nicht elektrifizierten Strecken über zusätzlich installierte Akkus. Für die Aufladung werden bereits vorhandene beziehungsweise vereinzelt neu zu errichtende Oberleitungen als auch weitere Ladevorrichtungen genutzt. Indem bei den neuen Fahrzeugen Bremsenergie in die Batterie zurückgespeist wird, kann zusätzlich Energie eingespart werden. Ab Dezember 2022 sollen die neuen Züge auf den Strecken Kiel – Lübeck-Lüneburg, Bad Oldesloe – Neumünster – Heide – Büsum, Kiel – Husum, Husum – Bad St. Peter Ording, Kiel – Rendsburg und Kiel – Eckernförde – Flensburg unterwegs sein. Mit Inbetriebnahme der FLIRT Akku-Triebzüge sollen in Schleswig-Holstein künftig kaum noch Dieseltriebwagen zum Einsatz kommen.

Das im August 2016 gestartete Vergabeverfahren zur Auswahl neuer Fahrzeuge für die nicht oder nur zum Teil elektrifizierten Netze Nord und Ost fand in Form einer so genannten Investitionspartnerschaft statt. „Mit dieser Vergabe wird Schleswig-Holstein bundesweit Vorreiter im Bahnverkehr sein“, ist sich Buchholz sicher. Der Verkehrsminister geht davon aus, dass andere Bundesländer mit großem Interesse auf das schleswig-holsteinische Verfahren blicken werden: „Das Ergebnis stimmt, aber auch der Weg dahin war spannend. Dieser sehr enge Austausch mit den Herstellern scheint mir ein erfolgversprechender Weg zu sein, um Innovationen im Bahnbereich voranzubringen“, so Buchholz.


red, Titelfoto: Stadler

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