Zehn Jahre ICE-Werk Leipzig – Wartungsschwerpunkt bilden ICE-T und Intercity 2-Züge

Das ICE-Werk Leipzig feiert sein 10-jähriges Bestehen. Im Oktober 2009 nahm das damals neu errichtete Werk den Probebetrieb auf; nach einem zweimonatigen Testlauf ging es im Dezember des gleichen Jahres in Betrieb. Der Spatenstich erfolgte im April 2008 auf dem Gelände des früheren Berliner Bahnhofs an der Rackwitzer Straße, nicht weit entfernt vom Leipziger Hauptbahnhof. Im ICE-Werk Leipzig werden ICE-T der Baureihen 411 (siebenteilig) und 415 (fünfteilig) sowie lokbespannte Intercity gewartet. Als 2015/16 die Intercity 2 als völlig neues Fernverkehrsprodukt eingeführt wurden, übernahm Leipzig als Leitwerk die Verantwortung für diese technisch anspruchsvolle Zuggattung. Dazu gehören die modernen Doppelstockwagen und die Elektrolokomotiven der Baureihe (BR) 146/147. Über 200 Mitarbeiter, darunter 15 Auszubildende, sorgen heute am Leipziger Standort für die Einsatzbereitschaft der Fernverkehrszüge.

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Klaus Adamsen-Butkus, als Leiter des ICE-Werks verantwortlich für die rechtzeitige Bereitstellung und Instandhaltung der ICE- und Intercity-Züge, betont: „Unsere Fahrgäste erwarten saubere und pünktliche Züge, die sich in einem technisch einwandfreien Zustand befinden.“ Das gelte für die komplexe Antriebstechnik, aber auch für die Kaffeemaschine im Bordrestaurant. „Noch stärker als bisher werden wir unser Augenmerk auf die Zuverlässigkeit und den Komfort richten. Das ist ein wesentlicher Baustein auf dem Weg, die Fahrgastzahlen im Fernverkehr weiter zu steigern“, so Adamsen-Butkus.

Zum Werk gehören eine ca. 200 Meter lange Werkstatthalle mit zwei Gleisen zur Instandhaltung von ICE-Triebzügen, Reisezugwagen und Elektrolokomotiven sowie ein Gebäude mit einer Unterflur-Radsatzdrehbank. Pro Nacht können je nach Instandhaltungspaket bis zu acht Züge kontrolliert und instandgehalten werden. Im Leipziger Werk werden unter anderem Fahrmotoren ausgetauscht, Radsätze, Türen, Toiletten sowie Klimaanlagen überprüft, gewartet und instandgesetzt. Mit der Umgestaltung der Bahnanlagen im Eisenbahnknoten Leipzig entstand im direkten Umfeld des ICE-Werks in den vergangenen Jahren eine moderne Zugbehandlungsanlage mit zwei ca. 420 Meter langen Reinigungsbahnsteigen, die Ende vergangenen Jahres in Betrieb genommen wurde. Dort werden die ICE- und Intercity-Züge auf vier Gleisen innen gereinigt. Außerdem erfolgen dort die Entsorgung der Abwässer sowie das Auffüllen mit Frischwasser. Eine Außenreinigungsanlage für die Züge befindet sich an der Adenauerallee.


red, Titelfoto: DB AG

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