Bahnhof Coburg soll weiteren Bahnsteig erhalten – Planungsgelder gesichert

Der Freistaat Bayern und die Deutsche Bahn wollen den Bahnhof Coburg erweitern und am Gleis 6 einen zusätzlichen Bahnsteig errichten. Über die Finanzierung der Planungen für die Erweiterung haben sich jetzt die Beteiligten geeinigt. „Dies ist eine gute Nachricht für den Nordwesten Oberfrankens und das angrenzende Südthüringen“, sagte Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart. „Wir stärken damit den Verkehrsknoten Coburg – sowohl für den Fernverkehr als auch für den Nahverkehr.“

Laut Reichhart soll die DB noch 2019 mit den Planungen für den Ausbau beginnen. Die Planungskosten in Höhe von voraussichtlich 300.000 Euro steuert zur Hälfte der Freistaat mit einer Förderung durch die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) bei. Die BEG verwendet hierfür sogenannte „Pönalemittel“ – das sind Gelder, die sie als Vertragsstrafen im Falle von ungenügender Pünktlichkeit von den Eisenbahnverkehrsunternehmen erhebt. Die anderen 50 Prozent stammen aus einem Fördertopf des Bundes für SPNV-Infrastrukturmaßnahmen im bayerischen Bahnnetz, über deren Verwendung die DB und das bayerische Verkehrsministerium entscheiden.

Der neue Bahnsteig soll aktuellen Schätzungen zufolge rund 2,5 Millionen Euro kosten und barrierefrei an die bestehende Bahnhofsunterführung angeschlossen werden. Die Fertigstellung des neuen Bahnsteigs soll – eine Einigung über die Baufinanzierung vorausgesetzt – dann bis Mitte der 2020er-Jahre erfolgen. „Die ICE- und Regionalexpressverkehre, die über die Schnellfahrstrecke nach Coburg gelangen, werden so schnellere und zuverlässigere Anschlüsse zu den Regionalbahnen erhalten, die die Bahnlinien nach Lichtenfels, Sonneberg und Bad Rodach bedienen“, führt in diesem Zusammenhang BEG-Geschäftsführer Thomas Prechtl aus.

Der Bahnhof Coburg, dessen barrierefreier Ausbau Anfang des Jahres durch Minister Reichhart in Betrieb genommen worden ist, ist der einzige ICE-Halt an der Neubaustrecke zwischen Oberfranken und Thüringens Hauptstadt Erfurt. An diesem Knoten halten täglich um die 75 Regionalzüge und sechs ICEs mit insgesamt rund 5.000 Ein- und Aussteigern. Rund 300 Reisende nutzen dabei die ICE-Halte pro Tag – laut Minister Reichhart „erfreulicherweise deutlich mehr als erwartet“. Die DB wird deshalb zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 zwei zusätzliche Verbindungen pro Tag von und nach München sowie eine nach Berlin anbieten. Auch die vom Freistaat neu geschaffene Regionalexpressverbindung von Bamberg über die Schnellfahrstrecke nach Coburg und weiter nach Sonneberg wird mit bereits über 1000 Reisenden pro Werktag sehr gut angenommen.


red, Titelfoto: DB AG (Archiv)

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