Berlins neue S-Bahn ist wetterfest – Vorserienfahrzeug absolviert Tests im Klimakanal

Die neue Berliner S-Bahn-Baureihe ist wetterfest. Bei einem 12-wöchigen Testprogramm im Klima-Wind-Kanal in Wien musste sich eines der Neufahrzeuge kürzlich umfangreichen Prüfungen bei Eis, Schnee und Hitze unterziehen.


Egal, ob brütend heißer Sommer oder frostiger Winter: Die neue S-Bahn für Berlin und Brandenburg soll bei jedem Wetter reibungslos funktionieren. Aus diesem Grund hat ein vierteiliger Zug der Vorserie ein 12 Wochen langes Testprogramm durchlaufen. Im weltweit längsten Klima-Wind-Kanal des Rail Tec Arsenal (RTA) in Wien können auf Knopfdruck extreme Temperatur- und Wetterverhältnisse erzeugt werden. Bei Temperaturen von -25 Grad Celsius mit Eis und Schnee bis +45 Grad Celsius und starker Sonneneinstrahlung entstehen realistische Simulationen für Zug und Fahrgäste. Mit dieser Methode kann geprüft werden, ob auch bei starkem Schneefall und Vereisung der Stromabnehmer funktioniert, die Türen öffnen oder schließen und die Schiebetritte reibungslos ein- und ausfahren. Um die Situation im Fahrgastbereich bei jedem Wetter nachzustellen, wurden zwei Wagen mit Temperaturfühlern und weiteren Sensoren ausgestattet. Während Wasserverdampfer für die feuchte Atemluft sorgten, wurde die Wärme der Fahrgäste mit Heizmatten simuliert. Laut einer Bahnsprecherin hat das Testfahrzeug alle Prüfungen „mit Bravour gemeistert“.

© DB AG

Weil die Fahrgäste Zuverlässigkeit bei jedem Wetter erwarten, werden die neuen Fahrzeuge über einen Zeitraum von zwei Jahren intensiv getestet. „Die DB hat dieses umfangreiche Testprogramm fest im Lastenheft verankert“, sagte der DB-Konzernbevollmächtigte für Berlin, Alexander Kaczmarek.

„Die Tests im Klimakanal sorgen für einen zuverlässigen Einsatz der S-Bahn Berlin bei allen Wetterlagen“, sagte Sabrina Soussan, CEO von Siemens Mobility. „Das Rail Tec Arsenal bietet uns optimale Bedingungen zur Durchführung unterschiedlicher Klimatests in einer Anlage. Mit Maßnahmen wie diesen, unterstützen wir unsere Kunden, für die Fahrgäste einen stabilen Betrieb zu garantieren und den Fahrgastkomfort zu verbessern“, so Soussan weiter. Jure Mikolčić, CEO der Stadler Pankow GmbH, ergänzt: „Die Baureihe 483/484 ist die erste Berliner S-Bahn mit einer Klimaanlage. Die Berliner Infrastruktur mit niedrigen Tunneln und Unterführungen erfordert besondere technische Lösungen beim Einbau der Komponenten und der Steuerung der kalten Luft. Ein Schwerpunkt des Testprogramms liegt daher auf der Prüfung ihrer Funktion bei höchsten Anforderungen. Die Ergebnisse sämtlicher Prüfungen werden umfangreich ausgewertet. Sollte es dabei Optimierungsbedarf geben, können wir entsprechende Maßnahmen ergreifen.“


red, Titelfoto: DB AG

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