WESTbahn bestellt 15 neue KISS-Doppelstockzüge bei Stadler

Die österreichische WESTbahn und der Zughersteller Stadler haben einen Vertrag über die Lieferung und Instandhaltung von 15 neuen Doppelstockzügen des Typs KISS abgeschlossen. Nach Herstellerangaben ist dies bereits die dritte Bestellung, die das Unternehmen von der WESTbahn erhält. Stadler habe sich damit erfolgreich gegen den chinesischen Wettbewerber CRRC durchgesetzt.


WESTbahn, Stadler und die Austrian Train Finance AG haben am Dienstag (29. Oktober) einen Vertrag über die Bestellung von 15 sechsteiligen elektrischen Doppelstocktriebzügen unterzeichnet. Der Bestellwert für die 15 Züge vom Typ KISS beträgt knapp 300 Millionen Euro. Die neuen Intercity-Züge für die Strecke Wien–Salzburg ersetzen die bestehende WESTbahn-Flotte, die an die Deutsche Bahn verkauft wird. An der Firma Austrian Train Finance AG ist die PCS Holding von Peter Spuhler zu 100 Prozent beteiligt. Die Austrian Train Finance AG verleast die Züge an die WESTbahn. Die Full-Service-Dienstleistungen decken nach Herstellerangaben auch die präventiven und korrektiven Instandhaltungsarbeiten sowie die Hauptuntersuchungen und Revisionen ab.

Wie Stadler mitteilt, habe sich auch die China Railway Rolling Stock Corporation (CRRC) um den Auftrag beworben. Mit dem Gesamtpaket Schienenfahrzeuge, Wartungslösung und Finanzierung sei es dem eigenen Unternehmen aber gelungen, sich gegen CRRC durchzusetzen.

Die bislang bei der WESTbahn zum Einsatz kommende Flotte von KISS-Doppelstockzügen wird – wie bereits berichtet – ab Jahresende nach und nach an die Deutsche Bahn übergehen. Da diese Züge der ersten Generation aber noch keine Zulassung für Deutschland haben und die zweite Generation ein Upgrade von 160 auf 200 Kilometer pro Stunde erhalten soll, übernimmt Stadler für die an die DB verkauften 17 Züge auch den Umbau und die Zulassung für Deutschland. Die erste Tranche Züge der WESTbahn-Bestandsflotte soll im Dezember 2019 an die DB geliefert werden; die restlichen Züge folgen voraussichtlich im Jahr 2021, wenn die Lieferung der Neufahrzeuge an die WESTbahn erfolgt ist.

Die 15 sechsteiligen Neufahrzeuge sind baugleich mit den Zügen, welche die WESTbahn im Jahr 2017 in Betrieb genommen hat. Die Züge erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 200 Kilometern pro Stunde. Der Komfort auf den 526 Sitzplätzen entspricht in allen Wagen dem der ersten Klasse. Den Fahrgästen steht in den vier Zwischenwagen je ein modernes Selbstbedienungscafé zur Verfügung. Zum gehobenen Standard gehören auch eine angenehme Klimatisierung, geschlechtergetrennte Toiletten, hindernisfreier Zugang sowie eine behindertengerechte Toilette und ein leistungsstarkes WLAN. Die Züge sind 150 Meter lang, 2,8 Meter breit und 4,59 Meter hoch.

Die WESTbahn hat zuvor bereits zweimal Züge bei Stadler bestellt: Seit 2011 bedienen sieben KISS-Doppelstocktriebzüge die Strecke Wien–Salzburg. Wegen der steigenden Nachfrage bestellte die WESTbahn im Dezember 2014 zehn weitere KISS, um damit den Halbstundentakt auf der Intercitystrecke Wien–Salzburg einzuführen.


red, Titelfoto: Stadler

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