Ideenzug wird Realität – Südostbayernbahn will „Regionalzug der Zukunft“ 2020 aufs Gleis schicken

In gut einem Jahr soll der erste umgestaltete Doppelstockwagen des Projekts „Regionalzug der Zukunft“ zwischen München und Mühldorf unterwegs sein.


Die Südostbayernbahn (SOB) und die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) als Aufgabenträger für den bayerischen Schienenpersonennahverkehr haben die Machbarkeitsstudie zum innovativen Ideenzug abgeschlossen. Das Ergebnis wurde am Donnerstag (31. Oktober) an Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart übergeben. Im nächsten Schritt soll das Projekt „Regionalzug der Zukunft“ nun von der Modell- in die Realisierungsphase übergehen. Schon im Herbst 2020 ist geplant, den ersten umgestalteten Doppelstockwagen, der dann Module des Ideenzuges enthält, zwischen München und Mühldorf auf die Strecke zu schicken.

© BEG

Verkehrsminister Reichhart freut sich, dass die Fahrgäste die neue Innenausstattung bald selbst ausprobieren können: „Gerade Pendlerinnen und Pendler verbringen viel Zeit im Zug – Zeit, die man dort wunderbar nutzen kann, um zu arbeiten, zu lesen oder zu entspannen. Ich begrüße es sehr, dass die Bahn den Fahrgästen dabei noch mehr Komfort bieten will, und zwar abgestimmt auf deren individuelle Bedürfnisse. Ich bin sehr gespannt darauf, wie die Ideen von den Fahrgästen aufgenommen werden.“

Die BEG hatte den Ideenzug gemeinsam mit der SOB auf den Weg gebracht. 22 Module wurden im Originalmaßstab in einem Modellzug aus Holz eingebaut und getestet. Ideen wie Einzelkabinen zum ungestörten Arbeiten, Sitzgruppen für Familien oder Entspannungssessel sollen das Reisen im Regionalzug noch angenehmer machen und es den Fahrgästen ermöglichen, die Reisezeit effektiver zu nutzen.

Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Bayern: „Wir möchten unseren Kunden im Nahverkehr zukünftig mehr bieten – ein neues und einmaliges Reiseerlebnis. Deshalb haben wir den Ideenzug entwickelt, mit völlig neuen Gestaltungsideen für den Innenraum. Unser Ziel ist es, dass die Besteller im Nahverkehr solche Ideen in ihren zukünftigen Ausschreibungen mitdenken.“

Zug mit zahlreichen innovativen Elementen

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurden acht Module ausgewählt, die in einem Zug auch tatsächlich umsetzbar sind. Die Auswahl der Module basiert auf den Ergebnissen von Kundenbefragungen, strategischen Überlegungen zum Nahverkehr der Zukunft sowie wertvollen Anregungen von Kundenbetreuern und vom Instandhaltungs- und Reinigungspersonal:

  • Familie: Großzügige Sitzgruppen mit Abteilcharakter und zusätzlichem Kinderwagenstellplatz reserviert für Familien
  • Büro: Einzelkabinen zum ungestörten Arbeiten als eine Art rollendes Büro
  • Entspannung: Entspannungsbereich mit loungeartigem Mobiliar und zwei Panoramasesseln
  • Komfort: Bequeme Sitze in der 1. Klasse mit seitlichen Klapptischen und vielfältigen Einstellmöglichkeiten
  • Neues Sitzen: Innovative Leichtbausitze in der 2. Klasse aus luftdurchlässigem, atmungsaktivem Material
  • Mehrzweckbereich: Neuartig patentierte Klappsitze am Wagenende aus natürlichem Material
  • Stammtisch: Stehtischbereich mit Barhockern für den gemütlichen Feierabendratsch und einem Bildschirm für die Übertragung von Großereignissen
  • Einstiegsbereich: Neuartige Fahrgastinformation schon beim Einsteigen gefolgt von einem Foyer, das durch Lichtelemente zu den einzelnen Modulen überleitet

Darüber hinaus soll es in allen Bereichen eine tageslichtabhängige Beleuchtung und WLAN-Empfang geben.

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red, Titelfoto: DB AG / neomind

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