„Falsches Signal“ – Verkehrsminister Scheuer stellt sich gegen Gehaltserhöhung für Bahnvorstände

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat sich gegen eine Erhöhung der Gehälter für einen Teil des Konzernvorstands der Deutschen Bahn ausgesprochen. Laut Medienberichten sei für Vorstandsmitglieder, die sich in ihrer ersten Amtszeit befinden, eine Gehaltserhöhung von jährlich 400.000 auf 585.000 Euro vorgeschlagen worden. Der Aufsichtsrat solle am kommenden Donnerstag darüber beraten, heißt es. Nach Ansicht des Verkehrsministers sei dies ein „falsches Signal“. Er sprach sich dagegen aus. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagte Scheuer: „Deshalb habe ich bereits letzte Woche meinem Vertreter im Aufsichtsrat deutlich gemacht, die Überlegungen zu stoppen. Ich bin überzeugt, dem werden sich die weiteren Vertreter des Bundes im Aufsichtsrat anschließen. Das Grundprinzip ,erst bessere Ergebnisse, dann bessere Vergütung’ steht für mich ganz oben.“ Der Bund ist Eigentümer der Deutschen Bahn. Die Bundesregierung ist im Aufsichtsrat mit drei Mitgliedern vertreten.

Wie die Bild am Sonntag berichtet, sollen die Gehälter ab 2020 um insgesamt 1,5 Millionen Euro angehoben werden. Das entspräche einem Plus von 33 Prozent. Der Vorschlag für die Gehaltserhöhung gehe auf ein internes Gutachten der Unternehmensberatung Kienbaum zurück, die die Vorstandsgehälter bei der Deutschen Bahn untersucht hat. Danach seien die Einstiegsgehälter für Bahnvorstände im Vergleich zu anderen großen Unternehmen zu niedrig.

Die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder besteht laut einem früheren Geschäftsbericht aus einer fixen Grundvergütung, einer erfolgsabhängigen Jahrestantieme und einem langfristigen Bonusprogramm.


red, Titelfoto: DB AG (Archiv)

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