Rauswurf gescheitert – Alexander Doll bleibt vorerst Finanzvorstand im DB-Konzern

Am Donnerstag (7. November) machten Medienberichte die Runde, dass bei der Deutschen Bahn der mögliche Rauswurf eines Vorstandsmitgliedes bevorstehe. Aufsichtsratschef Michael Odenwald habe dem derzeitigen DB-Finanzvorstand Alexander Doll den freiwilligen Amtsverzicht nahegelegt, heißt es. Dies sei auf Wunsch von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) geschehen, der ihm zuvor bereits das Vertrauen entzogen haben soll. Wie die Nachrichtenagentur Reuters nach eigenen Angaben aus Kreisen des Aufsichtsrates erfuhr, sei der Versuch „vorerst gescheitert“. Da sich im Gremium „keine ausreichende Mehrheit für eine Abberufung Dolls“ abzeichnete, werde er zunächst im Amt bleiben. Die Personalie sei aber nur vertagt. Vermutlich in knapp zwei Wochen liegt das Thema bei einer weiteren Sondersitzung des Kontrollgremiums erneut auf dem Tisch.

Doll, der das Finanzressort seit Januar 2019 verantwortet, wurde vorgeworfen, dass er die Bundesregierung und den Aufsichtsrat zu spät und unzureichend über Probleme beim geplanten Verkauf der ausländischen Nahverkehrstochter Arriva informiert habe. Der 49-Jährige habe dies bestritten. Einen freiwilligen Abgang lehnte er Medienberichten zufolge ab. Der Verkauf oder Börsengang der DB-Tochter Arriva – der mittlerweile auf Eis liegt – sollte bis zu vier Milliarden Euro einspielen und die derzeitige Finanzsituation der Deutschen Bahn verbessern.


red – aktualisiert, Titelfoto: DB AG (Archiv)

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