Gleislagefehler führten im Juni 2013 zur Entgleisung eines Güterzuges

Die Untersuchungen zur Zugentgleisung vom 29. Juni 2013 auf der Bahnstrecke zwischen Kayhauserfeld und Oldenburg sind abgeschlossen. Laut dem jetzt veröffentlichten Untersuchungsbericht der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) waren Gleislagefehler die Ursache für den damaligen Unfall.


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Die Ursache für die Entgleisung von Güterzug DGS 83799 am 29. Juni 2013 ist aufgeklärt. Auf der Bahnstrecke zwischen Kayhauserfeld und Oldenburg war es damals in der Nacht gegen 0:47 Uhr zu einem Bahnbetriebsunfall gekommen, bei dem ein Wagen während der Fahrt kurz hinter dem Bahnübergang Försterweg bei Bahnkilometer 6,4 entgleiste. Der Zug der Eisenbahngesellschaft Ostfriesland–Oldenburg mbH war auf dem Weg von Abelitz nach Magdeburg-Rothensee. Verletzt wurde niemand. Infolge des Unfalls entstanden Schäden an der Infrastruktur, insbesondere am Oberbau und den Gleisschaltmitteln. Am entgleisten Wagen wurden der hintere Radsatz sowie dessen Achslager beschädigt.

Der Untersuchungsbericht der BEU kommt zu dem Ergebnis, dass die Entgleisung durch phasengleiche, sich periodisch wiederholende Gleislagefehler verursacht wurde. „Eisenbahnfahrzeuge, die diesen Gleisbereich überfahren, werden dadurch individuell zu höheren Schwingungen angeregt. Bei Übereinstimmung der Anregungsfrequenz mit der Hubeigenfrequenz eines Fahrzeuges können die vertikalen Kräfte infolge der auftretenden Resonanz so groß werden, dass mindestens ein Rad entlastet wird, es abhebt, und der Radsatz dadurch entgleist“, schreiben die Unfallermittler.

Maßnahmen

Um derartige Unfälle möglichst zu vermeiden, hat die BEU veranlasst, dass die Handlungsanweisungen zum Umgang mit periodischen Längshöhenfehlern angepasst werden sollen. Die Technische Mitteilung (TM) zu diesem Sachverhalt soll dahingehend geändert werden, dass der Mindestabstand von drei aufeinanderfolgenden SR100 Überschreitungen von zuvor 25 Meter auf künftig 18 Meter reduziert werden soll, und die neue Regelung zügig in das Regelwerk Ril 821 überführt wird. Die Umsetzung dieser Vorgaben war zum Zeitpunkt des Berichtsabschlusses durch die BEU von Seiten der DB Netz AG noch nicht vorgenommen.

Zum Untersuchungsbericht


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