Von Österreich nach Ostdeutschland – ÖBB verleiht „Cityjet“-Züge an ODEG

Im Nordosten Deutschlands kommen bald Nahverkehrszüge zum Einsatz, die man eigentlich eher im Nachbarland Österreich erwarten würde. Hintergrund ist, dass die ÖBB sechs Fahrzeuge vom Typ Siemens Desiro ML (ÖBB Cityjet) bis März 2020 an die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG) nach Mecklenburg-Vorpommern vermietet.


Die ÖBB verleiht sechs „Cityjet“-Züge der Baureihe 4746 vom Typ Siemens Desiro ML an die ODEG. Die Fahrzeuge sollen ab dem 15. Dezember vorübergehend auf den Verbindungen Rostock–Sassnitz/Binz und Rostock–Züssow in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs sein. Ohne diese Züge könnte das ostdeutsche Eisenbahnunternehmen – das den Auftrag zum Betrieb der Linien RE 9 und RE 10 per Direktvergabe von der landeseigenen Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (VMV) erhalten hat – die Verkehrsleistungen nicht erbringen.

Der Verleih, der offenbar schon bei der Bestellung fixiert wurde, sei für die ÖBB „eine Win-win-Situation“. Denn ohne den ODEG-Deal wären die letzten 24 Siemens-Züge aus dem Rahmenvertrag der ÖBB deutlich teurer gewesen, weil das letzte Los mit 24 Stück deutlich unter der kritischen Losgröße von 35 Stück lag, erklärt ÖBB-Sprecher Bernhard Rieder gegenüber der österreichischen Zeitung DER STANDARD. Die ÖBB hatte im März zusätzliche Cityjet-Züge bestellt. Für die dreimonatige Vermietung der Züge erhält die Österreichische Bundesbahn Mietzahlungen in nicht näher genannter Höhe.

Um die fehlenden Garnituren in der Ostregion Österreichs zu ersetzen, sollen zunächst weiterhin die älteren weiß-blauen, nicht barrierefreien S-Bahn-Züge der Baureihe 4020 zum Einsatz kommen. Einige der Altfahrzeuge, die bereits aus dem Verkehr gezogen waren, sollen nun noch einmal instand gesetzt werden. Die Kosten für diese Maßnahme lägen nach ÖBB-Angaben unter den Mehrkosten, die aufgrund der kleineren Losgröße entstanden wären.


red – aktualisiert, Titelfoto: ÖBB (Archiv)

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