Letzte Worte zum Abschied – Doll: „Nur wenn alle an einem Strang ziehen, kann die Bahn besser werden“

Der Finanz- und Güterverkehrsvorstand der Deutschen Bahn AG, Alexander Doll, wird das Unternehmen zum Jahresende verlassen. Der Aufsichtsrat des Konzerns hat das Vertragsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen aufgehoben. Wenige Wochen vor dem Abschied gibt der 49-Jährige seinen Vorstandskollegen und der Politik aber noch ein paar letzte Worte mit auf den Weg, die auf ein Zerwürfnis an der Führungsspitze hindeuten.


Alexander Doll, Vorstand für Finanzen, Güterverkehr und Logistik:

„Nur wenn alle Beteiligten im gegenseitigen Vertrauen und mit einem gemeinsamen Verständnis an einem Strang ziehen, kann die Bahn ein besseres Unternehmen werden. Ich habe gern und aus voller Überzeugung daran mitgearbeitet.“

Das Vertragsverhältnis von Alexander Doll endet mit Wirkung zum 31. Dezember 2019. Der 49-Jährige hatte am Freitag einen Auflösungsvertrag unterschrieben. Dem Manager zufolge habe es „unterschiedliche Auffassungen zur weiteren strategischen Entwicklung und Führung der Deutschen Bahn AG“ gegeben. Dolls Vertrag hätte ursprünglich erst im März 2021 enden sollen. Die Abfindung soll im einstelligen Millionenbereich liegen.

Außer im Aufsichtsrat hatte Doll wohl nur noch wenige Fürsprecher. Denn Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte sich intern bereits vor knapp zwei Wochen für einen Abgang des Finanzvorstands ausgesprochen. Und auch Bahnchef Richard Lutz und Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla wollten ihn offenbar loswerden.

Aufsichtsratschef Michael Odenwald dankte Doll „für die erfolgreiche Leistung und vertrauensvolle Zusammenarbeit“. Er habe innovative Finanzierungsinstrumente bei der Bahn eingeführt und dank seines wertorientierten Steuerungsansatzes einen wichtigen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit des Konzerns geleistet. „In diesem Zusammenhang hat er auch den Verkaufsprozess von Arriva professionell aufgesetzt und vorangetrieben. Mit seiner klaren Kommunikation hat er schnell das Vertrauen der Mitarbeiter gewonnen und im Schienengüterverkehr die Weichen für eine Neuausrichtung gestellt. Wir bedauern sein Ausscheiden und haben hohen Respekt vor seiner Entscheidung“, so Odenwald weiter.


red

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