Österreich: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Westbahn – Ehemalige Lokführer erheben schwere Vorwürfe

Wie österreichische Medien berichten, hat die Staatsanwaltschaft Wien Ermittlungen gegen den Eisenbahnbetreiber Westbahn eingeleitet. Es gehe um gefälschte Zeugnisse von Lokführern, überschrittene Arbeitszeiten und um Fahrten mit defekten Brandschutztüren.So sollen Prüfer Zeugnisse manipuliert haben und Züge mitunter wochenlang mit defekten Brandschutztüren unterwegs gewesen sein. Aufgrund der Schwere der Anschuldigungen habe auch das Verkehrsministerium Anzeige erstattet. Dem Kurier zufolge habe das Bahnunternehmen eingeräumt, dass Teile der Vorwürfe berechtigt seien, relativierte diese aber.

Zu den Vorwürfen gehört auch, dass Lokführer in gröberen Fällen sogar auf eine Dienstzeit von bis zu 15,5 Stunden gekommen seien. Die Anschuldigungen werden von zwei im Juli gekündigten Lokführern erhoben, die beide vor Gericht auf Wiedereinstellung geklagt hätten. Die ehemaligen Mitarbeiter behaupten, sie seien entlassen worden, weil sie zu sehr auf die Sicherheit gepocht hätten. Die Westbahn sieht hingegen lediglich „Fehler bei der internen Dokumentation“ bei den zwei Lokführern, bei weiteren drei Lokführern habe es „Unschärfen“ gegeben. Die für die Erteilung der Konzessionen zuständige Eisenbahnbehörde hatte laut dem Kurier-Bericht mindestens fünf Lokführern ihre Lizenz aberkannt.

In Sachen Brandschutztüren erklärte die Westbahn, dass es im Vorjahr nur bei 0,001 Prozent der Zugfahrten technische Schwierigkeiten gegeben hätte. Auf Defekte bei Brandschutztüren sei innerhalb von einem bis maximal dreizehn Tagen reagiert worden, nur bei Lieferengpässen für Ersatzteile hätte es länger gedauert.


red, Titelfoto: Westbahn

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