Deutsche Bahn: Lokführer und „Zuglaufregelung Grüne Funktion“ helfen Energie einzusparen

Die rund 19.000 Lokführer der Deutschen Bahn werden nach Angaben des Unternehmens auch in diesem Jahr wieder insgesamt etwa 150 Millionen Kilowattstunden Energie einsparen. Erreicht wird dies durch eine kluge und vorausschauende Fahrweise im Personen- und Güterverkehr.


Den größten Beitrag in Sachen Energieeinsparung leisten bei der Deutschen Bahn die Lokführer des Regionalverkehrs. Sie sparen durch eine energieeffiziente Fahrweise jährlich etwa 105 Millionen Kilowattstunden Energie ein. Dieser Wert ist in den vergangenen Jahren jeweils um bis zu vier Prozent angestiegen – auch dank der Trainings, die alle Lokführer regelmäßig durchlaufen. Auch im Fernverkehr konnte die Energieeffizienz durch kluge Bremsvorgänge und Ausrollen weiter gesteigert werden, heißt es von Seiten des DB-Konzerns. Weil die Bremsenergie wieder zurück ins Bahnstromnetz gespeist wird, sind auf einzelnen Strecken sogar Einsparungen von bis zu zehn Prozent möglich. Der Einsatz von neuen, energieeffizienten Triebfahrzeugen ermöglicht zudem auch Energieeinsparungen bei der Güterbahntochter DB Cargo. Insgesamt liegt der jährliche Energieverbrauch der Deutschen Bahn nach eigenen Angaben bei rund 10 Terrawattstunden.

Zuglaufregelung (ZLR) Grüne Funktion (GF)

Um auch angepasst an die aktuelle Betriebslage Energie einzusparen, bietet DB Netz als Infrastrukturbetreiber des größten Schienennetzes in Deutschland eine neue Lösung mit dem Namen „Zuglaufregelung Grüne Funktion“ an. Damit können Lokführer Fahrempfehlungen erhalten, die es ermöglichen, das Fahrverhalten auf die betriebliche Situation anzupassen. Diese Leistung kann von Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) zusätzlich gebucht werden. Die Kosten hierfür liegen nach Unterlagen des Netzbetreibers bei 0,00315 Euro je Trassenkilometer.

Es gibt zwei Funktionen

  • ZLR Planfahren soll Vorplanankünfte vermeiden und Züge auf der Planlage halten. Wird bei nicht verspäteten Zügen die Möglichkeit einer Vorplanankunft detektiert, werden für diese Züge ZLR-Nachrichten zur Geschwindigkeitsreduktion berechnet und versandt. Durch die reduzierte Geschwindigkeit wird Energie gespart.
  • ZLR Nachfahren soll eine energieeffizientere Fahrweise ermöglichen, wenn ein schnellerer Zug auf einen langsameren Zug aufläuft. Dazu werden an den nachfahrenden Zug so früh wie möglich ZLR-Nachrichten mit den Fahrempfehlungen „Langsamer fahren“ oder “Ausrollen“ versendet.

Für Fahrempfehlungen technisch geeignete Strecken

Stand 01.07.2018 / Quelle: DB Netz

So funktioniert ZLR GF

Um die Funktion von ZLR GF zu gewährleisten, müssen mehrere Teilsysteme miteinander agieren. Dazu werden technische Komponenten benötigt, welche durch Schnittstellen miteinander verbunden sind. 

Das Dispositionssystem (Lei-Dis-S/K und Umsysteme) der DB Netz AG und PAULA (enthält Informationen zu vorübergehenden Langsamfahrstellen = La) sind Systeme, die bereits vor Einführung von ZLR GF bestanden. ZLR-Rechner und Kommunikationsserver sind Komponenten der DB Netz AG, die mit ZLR GF neu geschaffen wurden. Jedes EVU kann ein eigenes System zum Verarbeiten und Anzeigen von ZLR-Nachrichten individuell entwickeln, so das unterschiedliche Systeme verschiedener EVU mit ZLR verbunden sein können.

Anzeige im Führerraum

Die Art und Weise der Darstellung einer Fahrempfehlung liegt in der Verantwortung des jeweiligen EVUs. Das Eisenbahnunternehmen kann sich diese individuell im Führerraum anzeigen lassen.


red – aktualisiert, Titelfoto: Bahnblogstelle

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