Nachfolger für Doll gesucht – Levin Holle könnte neuer DB-Finanzvorstand werden

Bahntower: Konzernzentrale der Deutschen Bahn AG am Potsdamer Platz in Berlin. (Foto: © DB AG / Volker Emersleben)

Nach dem Rückzug von Alexander Doll aus dem Vorstand der Deutschen Bahn AG ist die Frage nach seiner Nachfolge weiter offen. Laut Medienberichten kusiert aber bereits ein Name. Demnach könnte DB-Aufsichtsratsmitglied Levin Holle neuer Finanzvorstand des bundeseigenen Bahnkonzerns werden. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) führe die Gespräche über die Personalie. DB-Aufsichtsratschef Michael Odenwald und der Aufsichtsrat sollen den Vorschlag machen, heißt es. Das Kontrollgremium wird am 11. Dezember wieder regulär tagen.

Holle ist derzeit Abteilungsleiter im Finanzministerium und verantwortet dort den Bereich Finanzmarktpolitik unter Minister Olaf Scholz (SPD). Zu seinen Aufgaben gehören etwa das Schuldenmanagement des Bundes sowie die Finanzmarktregulierung. Vor seiner Tätigkeit im Bundesfinanzministerium arbeitete Holle für die Unternehmensberatung Boston Consulting Group.

Der bisherige Finanzvorstand Alexander Doll hatte kürzlich einen Auflösungsvertrag unterschrieben, nachdem es zuvor zu Unstimmigkeiten in der Chefetage gekommen war. Dem 49-Jährigen zufolge habe es „unterschiedliche Auffassungen zur weiteren strategischen Entwicklung und Führung der Deutschen Bahn AG“ gegeben. Dolls Vertrag hätte ursprünglich erst im März 2021 enden sollen. Die Abfindung soll im einstelligen Millionenbereich liegen.

Verkehrsminister Scheuer hatte sich bereits vor Wochen intern für einen Abgang Dolls ausgesprochen. Dem Manager war vorgeworfen worden, die Bundesregierung und den Aufsichtsrat zu spät und unzureichend über Probleme beim geplanten Verkauf der ausländischen Nahverkehrstochter Arriva informiert zu haben.


red, Titelfoto: DB AG / Volker Emersleben

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