Knapp 20 Meter fehlen – Bahnsteige in Ostbrandenburg zu kurz für neue ODEG-Züge

Ab Dezember 2022 übernimmt die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG) im Auftrag des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) die Nahverkehrsleistung auf der Linie RE 1 zwischen Magdeburg und Cottbus. Zum Einsatz kommen dann neue sechsteilige Züge vom Typ Desiro HC, die im März bei Siemens bestellt wurden. Die neuen Triebzüge bieten mit 637 Sitzplätzen zum einen mehr Platz als die heutigen DB-Regio-Züge, sie sind mit 157 Metern aber auch um einiges länger. Genauer gesagt, zu lang für einige Bahnhöfe. An insgesamt sieben Bahnsteigen zwischen Erkner und Frankfurt (Oder) – unter anderem in Briesen, Berkenbrück und Hangelsberg – würden die Züge knapp 20 Meter über die bisherige Bahnsteiglänge von 140 Meter hinausstehen. ODEG-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann zufolge seien nicht die Züge zu lang, sondern die Bahnsteige zu kurz. Wenn man die vorgegebene Fahrgastzahl befördern und außerdem bequeme Sitzabstände einhalten wolle, ergebe sich daraus ein sechsteiliges Triebzugkonzept, sagte der ODEG-Chef gegenüber dem Rundfunk Berlin-Brandenburg.

Ob die betroffenen Bahnsteige bis zur Betriebsaufnahme Ende 2022 baulich verlängert werden können, ist noch unklar. Laut VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel befinde man sich mit DB Station & Service darüber in enger Abstimmung. Sollten die Bahnsteige in den kommenden drei Jahren nicht angepasst sein, hat die ODEG offenbar schon einen Plan B: Dann würden die Türen des Wagens, der nicht am Bahnsteig steht, geschlossen bleiben.


red, Titelfoto: Siemens

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