Deutsche Bahn reagiert auf Vorwurf von ODEG-Chef Schuchmann – Bahnsteige sollen verlängert werden

ODEG-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann hat der Deutschen Bahn vorgeworfen, die Infrastruktur auf der Linie RE 1 Magdeburg – Berlin – Frankfurt(Oder) – Cottbus in den letzten Jahren nicht ausgebaut zu haben. Der DB-Konzern bezeichnet den Vorwurf als „völlig absurd“ und nennt mehrere Beispiele.


Die Deutsche Bahn hat den Vorwurf der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (ODEG), sie habe in den letzten Jahren die Infrastruktur der RE 1 nicht ausgebaut, als „völlig absurd“ zurückgewiesen. Das Gegenteil sei der Fall, heißt es in einer Stellungnahme des Konzerns. So sei die 85 Kilometer lange Strecke zwischen Berlin Ostbahnhof und Frankfurt (Oder) seit 1997 intensiv modernisiert und für Geschwindigkeiten bis 160 km/h statt vorher 120 km/h ausgebaut worden. Dadurch konnten auch die Fahrzeiten deutlich reduziert werden. Zudem sei durch den damaligen Ausbau heute ein 30-Minuten-Takt möglich.

Die Deutsche Bahn nennt weitere Beispiele für Modernisierungen auf der RE 1 Magdeburg – Berlin – Frankfurt(Oder) – Cottbus:

  • Im Bahnhof Oderbrücke und ebenso im Personenbahnhof Frankfurt (Oder) wurden Gleise und Weichen erneuert. Die Oderbrücke wurde im Jahr 2008 in nur zehn Monaten neu gebaut. Ein Elektronisches Stellwerk (ESTW) Oderbrücke ist seit 2007 in Betrieb.
  • Der Streckenabschnitt Berlin-Hirschgarten bis Erkner wurde im Dezember 2018 im zweigleisigen Betrieb mit 160 km/h Höchstgeschwindigkeit in Betrieb genommen. Im Rahmen des Projekts wurden unter anderem rund zehn Kilometer Oberleitung sowie die Gleisanlagen erneuert. Der Gleisabstand zu der parallel verlaufenden S-Bahntrasse wurde vergrößert, Lärmschutzmaßnahmen wurden umgesetzt.
  • Als letzter Abschnitt mit einer Länge von rund drei Kilometern soll der Bahnhof Köpenick in den nächsten Jahren umgebaut werden. Dort werden ein Bahnsteig für den Regionalverkehr, ein Elektronisches Stellwerk (ESTW) sowie Stützbauwerke errichtet.

ODEG-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann hatte im Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) den Vorwurf geäußert, dass die Deutsche Bahn von der Verkehrswende überrascht sei, weil sie 30 Jahre lang nichts an der Infrastruktur getan hätte.

Die ODEG wird ab Dezember 2022 die Nahverkehrsleistung auf der Linie RE 1 im Auftrag des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) übernehmen. Bislang verkehren dort lokbespannte Doppelstockzüge von DB Regio.

Bahnsteige sollen bis Ende 2022 verlängert werden

© Siemens

Der rbb hatte am Mittwoch berichtet, dass sieben Bahnsteige zwischen Erkner und Frankfurt(Oder) für die neuen ODEG-Triebzüge vom Typ Siemens Desiro HC, die in drei Jahren auf der Strecke verkehren sollen, rund 20 Meter zu kurz seien. Wie die Deutsche Bahn erklärt, sei die Bahnsteiglänge auf der RE 1 allgemein bekannt gewesen. Außerdem stehe man bezüglich der notwendigen Verlängerungen der Bahnsteige seit Monaten mit dem zuständigen Verkehrsverbund „in engem Austausch.“ Erste Planungen seien bereits angelaufen. „Die DB wurde vom VBB mit der Grundlagenermittlung für die notwendigen Bahnsteigverlängerungen beauftragt. In welchem Umfang eine Bahnsteigverlängerung erforderlich ist, wird in der aktuell laufenden Grundlagenermittlung sowie insbesondere in den folgenden Planungsphasen ermittelt. Aus heutiger Sicht können alle notwendigen Bahnsteigverlängerungen verwirklicht werden“, heißt es in der Stellungnahme des DB-Konzerns weiter.


red, Titelfoto: ODEG (Archiv)

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