Finanzierungsabkommen für neue Hamburger S-Bahn-Linie S4 unterzeichnet

Am Freitag (29. November) ist das Finanzierungsabkommen für den Bau der neuen S-Bahn-Linie S4 zwischen Hamburg-Altona und Bad Oldesloe unterzeichnet worden. Die Inbetriebnahme der neuen Trasse ist für frühestens 2027 geplant.


Das Finanzierungsabkommen für die neue Hamburger S-Bahn-Linie S4 ist am Freitag in Berlin von Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Bahnchef Richard Lutz unterzeichnet worden.

Die Gesamtlänge der geplanten Trasse von Hamburg-Altona bis Bad Oldesloe beträgt rund 36 Kilometer. Das Projekt umfasst einen zweigleisigen Streckenneubau auf ca. 17 Kilometern Länge (bis Ahrensburg) und einen eingleisigen Neubau von Ahrensburg bis Ahrensburg-Gartenholz. Ein Drittel der Ausbaustrecke (ca. 7 Kilometer) liegt auf schleswig-holsteinischem Gebiet, zwei Drittel (ca. 13 Kilometer) verlaufen auf Hamburger Gebiet: von Hasselbrook bis zur Landesgrenze zwischen Rahlstedt und Ahrensburg. In Hamburg sind vier neue S-Bahn-Stationen geplant: Claudiusstraße, Bovestraße, Holstenhofweg und Pulverhof. In Schleswig-Holstein soll die S-Bahn-Station Ahrensburg-West neu entstehen.

Die künftige S4 soll eine schnelle und komfortable Schienenverbindung für bis zu 250.000 Bürger in Hamburg und Schleswig-Holstein bieten. Bis 2035 sollen in Hamburg insgesamt über 50 Kilometer neue S- und U-Bahn-Strecken entstehen, dazu zählen insbesondere die S4 sowie die geplante U-Bahn-Linie 5. „Die Verbesserung unserer Mobilität ist das zentrale Thema der Hamburger Politik in der nächsten Dekade“, erklärte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher.

„Wir entlasten den Hauptbahnhof und wir schaffen mehr Platz für den Fern- und Güterverkehr. Mit den Bundesmitteln können Hamburg und Schleswig-Holstein das Projekt nun gemeinsam mit der Deutschen Bahn starten. Ein Riesen-Gewinn für Pendler und Reisende“, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Mit der neuen S-Bahn-Linie werde der öffentliche Nahverkehr in und um Hamburg direkter, einfacher und pünktlicher, fügte der Minister hinzu.

© DB AG / VECTROVISION

Laut Prognosen werden voraussichtlich 100.000 Fahrgäste an Werktagen mit der S4 (Ost) unterwegs sein. Nach dem Abschluss des ersten Planfeststellungsverfahrens könnten die Bauarbeiten bereits 2020 beginnen, heißt es. Eine Teilinbetriebnahme der Strecke von Hasselbrook bis Rahlstedt ist für 2025 vorgesehen. Die Gesamtinbetriebnahme könnte nach derzeitigen Planungen frühestens im Jahr 2027 erfolgen.

Die Kosten für das S-Bahn-Projekt sollen bei insgesamt rund 1,847 Milliarden Euro liegen. Der Bund übernimmt mit 1,557 Milliarden Euro etwa 84 Prozent der Kosten. Der Anteil der Länder liegt bei rund 290 Millionen Euro und entfällt zu 70 Prozent auf Hamburg und zu 30 Prozent auf Schleswig–Holstein. Die Deutsche Bahn bringt selbst 20 Millionen Euro in das Projekt ein. Aufgrund der Bedeutung der Strecke Hamburg – Lübeck für die gesamteuropäische Verkehrsinfrastruktur streben die Länder eine Kofinanzierung aus Fördermitteln der Europäischen Union (EU) an.

Geplant ist, dass die S-Bahn zukünftig bis Ahrensburg im 10-Minuten-Takt, bis Bargteheide im 20-Minuten-Takt und bis Bad Oldesloe im 60-Minuten-Takt verkehrt.


red, Titelgrafik: DB AG / VECTROVISION

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