Bahnunternehmen sollen bei höherer Gewalt von Entschädigungspflicht befreit werden

Die EU-Verkehrsminister haben sich in Brüssel darauf verständigt, Bahnunternehmen in Fällen höherer Gewalt von der Entschädigungspflicht zu befreien. Dies soll etwa bei extremen Wetterbedingungen gelten. 


Bahnunternehmen in der EU sollen künftig bei Verspätungen wegen höherer Gewalt keine Entschädigungen an Reisende mehr zahlen müssen. Darauf haben sich die EU-Verkehrsminister am Montag (2. Dezember) bei einem Treffen in Brüssel geeinigt. „Eisenbahnunternehmen müssen keine Entschädigung für Verspätungen oder Ausfälle zahlen, wenn sie die dafür verantwortlichen Umstände nicht hätten vermeiden können, wie extreme Wetterbedingungen, schwere Naturkatastrophen oder Personen auf den Gleisen“, heißt es in einer Erklärung des Europäischen Rates. Streiks des Eisenbahnpersonals sollen nicht unter diese Ausnahme fallen.

Vorgesehen ist zudem, dass Bahnunternehmen ihre Fahrgäste besser über deren Rechte aufklären. Beispielsweise sollte eine Zusammenfassung der Rechte auf dem Fahrschein angegeben werden; sollte dies nicht möglich sein, muss der Fahrgast auf andere Weise informiert werden. Außerdem soll die Mitnahme von Fahrrädern in Zügen erleichtert werden.

Bevor die Änderungen jedoch in Kraft treten können, müsste noch eine Verständigung mit dem EU-Parlament gefunden werden.

Die EU-Kommission hatte 2017 vorgeschlagen, dass Eisenbahnunternehmen – ähnlich wie etwa Fluggesellschaften – bei Verspätungen oder Ausfällen nicht zahlen müssten, wenn die Umstände unvermeidbar seien. Bislang müssen die Unternehmen teilweise hohe Entschädigungen an ihre Kunden entrichten. Allein für die Deutsche Bahn waren dies im Jahr 2018 insgesamt 53,6 Millionen Euro – fast 20 Millionen Euro mehr als noch im Jahr zuvor (34,6 Millionen Euro).


red – aktualisiert, Titelfoto: Pixabay / Michael Gaida

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