Fachkräftemangel im Führerstand – Bei DB Regio fielen 2018 rund 5.000 Zugfahrten aus

Der Mangel an Triebfahrzeugführern betrifft viele Eisenbahnunternehmen in Deutschland. Jedoch fielen allein bei der Nahverkehrstochter der Deutschen Bahn, DB Regio, im vergangenen Jahr rund 5.000 Zugfahrten aufgrund von Personalmangel aus. Die Fraktion Die Linke im Bundestag hat die Bundesregierung als Eigentümer der Deutschen Bahn AG im Rahmen einer Kleinen Anfrage danach befragt, welche Maßnahmen der Konzern unternimmt und wie viele Triebfahrzeugführer aktuell beschäftigt werden.


In einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke zum Thema Lokführermangel heißt es: „Aufgrund des angespannten Arbeitsmarktes und des Mangels an ausgebildeten Triebfahrzeugführern bildet die DB AG selbst aus. Der Beruf des Triebfahrzeugführers stellt einen stark nachgefragten Fachberuf dar.“ Die Deutsche Bahn unternehme „umfangreiche Maßnahmen“ zur Rekrutierung. Bei bestandener Prüfung werde Berufseinsteigern nach einer dualen Berufsausbildung oder Quereinsteigern nach einer Funktionsausbildung eine unbefristete Festanstellung angeboten. Nach Angaben der Regierung erhöhte sich die Zahl der geförderten beruflichen Weiterbildungen für Fahrpersonal im Eisenbahnverkehr 2018 auf rund 1.700 Eintritte. Gegenüber dem Jahr 2014 sei dies ein Anstieg von über 250 Prozent gewesen.

Anzahl der Zugausfälle wegen fehlendem Personal

Auf die Frage, wie viele Zugausfälle die Deutsche Bahn wegen Personalmangels in den vergangenen Jahren verzeichnen musste, teilt die Bundesregierung mit: „Nach Auskunft der DB AG werden Zugausfälle bei der DB Fernverkehr AG seit März 2017 erfasst. Danach fallen ca. 1 % aller Fernverkehrszüge aufgrund von externen, betrieblichen und technischen Ursachen aus. Zugausfälle aufgrund von Personalmangel im Fernverkehr kommen durch die an vielen Knotenpunkten in Deutschland vorhandenen Bereitschaften von Triebfahrzeugführern und Zugpersonal nur sehr selten vor.“

Für die Nahverkehrstochter DB Regio AG werden entsprechende Daten erst seit 2018 erfasst. Hierzu heißt es: „Im Jahr 2018 hat die DB Regio AG rund 8,1 Millionen Zugfahrten durchgeführt. Die Anzahl der Zugausfälle aufgrund fehlender Triebfahrzeugführerinnen und Triebfahrzeugführer betrug rund 5.000 (entspricht 0,06 Prozent). Für das laufende Jahr 2019 beträgt die Anzahl der Zugausfälle aufgrund mangelnder Triebfahrzeugführerinnen und Triebfahrzeugführer bis September rund 3.900.“

Beim Güterbahnunternehmen DB Cargo AG sei es im vergangenen Jahr „durch Bereitschaften, Umleiten der Mengen auf andere Züge und spätere Abfahrt“ nur in „wenigen Fällen zum Ausfall“ gekommen. Eine Erhebung entsprechender Daten erfolgt erst seit Anfang 2018 für die Kategorie „Verfügbarkeit“.

Einkommenssituation und Anzahl der Triebfahrzeugführer

Das mittlere Bruttomonatsentgelt für Triebfahrzeugführer in Vollzeit stieg von 2012 bis 2018 mit 11,3 Prozent in etwas geringerem Maße als das mittlere Bruttomonatsentgelt über alle Fachkräfte (14,8 Prozent). Das geht aus der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit hervor. Im Jahr 2018 habe das Niveau der Bruttomonatsentgelte für Vollzeit-Triebfahrzeugführer um rund 15 Prozent über dem aller Fachkräfte gelegen, heißt es weiter. Die Festlegung der Löhne, Gehälter und sonstigen Arbeitsbedingungen sei den beteiligten Arbeitgebern und Arbeitnehmern selbst beziehungsweise ihren Organisationen, den Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften, im Rahmen der verfassungsrechtlich garantierten Tarifautonomie vorbehalten, schreibt die Bundesregierung. Aus ihrer Sicht habe sich das Tarifverhandlungssystem „bewährt“.

Anzahl der Triebfahrzeugführer bei der DB AG

Neueinstellungen / unbesetzte Stellen

Anzahl der Azubis

Überstunden

Befristete Verträge


red, Titelfoto: DB AG

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