Werkstoff für Schienenfahrzeuge: HÜBNER entwickelt Spezialschaum, der im Brandfall Leben retten kann

Die Kasseler HÜBNER-Gruppe, ein Systemanbieter für die Mobilitätsbranche, hat einen neuartigen Werkstoff entwickelt, der Insassen von Schienenfahrzeugen oder Bussen im Brandfall schützen soll. 


Kommt es an Schienenfahrzeugen oder Bussen zu einem Brand, sei es durch Überhitzung, Kurzschluss oder Fremdeinwirkung, kann es passieren, dass Insassen oft erst nach einer gewissen Zeit evakuiert werden können. Deshalb, so erklärt der Systemanbieter HÜBNER, sollten Fahrzeuge so gebaut werden, dass Fahrgäste und Personal in dieser Zeitspanne keinen giftigen Rauchgasen ausgesetzt sind und auch die Retter nicht gefährdet werden. Das Kasseler Unternehmen hat hierfür einen neuartigen Werkstoff auf der Basis von Polyurethan (PUR) entwickelt: Im Brandfall schäumt er auf und soll so die Ausbreitung von Rauchgasen verhindern. „Seit Jahren beschäftigen wir uns als Unternehmen mit schwer entflammbaren Materialien für die Schienenfahrzeug- und Busindustrie“, sagt Patrick Kniemeyer, Key Account Manager bei HÜBNER. „Denn wie im Gebäudebereich wird auch hier der Brandschutz und damit der Schutz der Insassen immer wichtiger. Neben dem Design der Fahrzeuge müssen auch die verwendeten Materialien so gewählt werden, dass die Gefahr einer Brand- und Rauchausbreitung möglichst gering ist.“

© HÜBNER

Bei der Neuentwicklung von HÜBNER handelt es sich um einen PUR-Halbhart-Integral-Schaum, der nach Herstellerangaben die höchsten Anforderungen der europäischen Brandschutznorm EN 455454-2 (R1, HL3) erfüllt. Aus dem PUR-Schaum können so genannte intumeszierende Formteile für den passiven Brandschutz hergestellt werden. „Sobald die Teile mit Feuer beziehungsweise Hitze in Berührung kommen, beginnen sie zu reagieren. Sie schäumen dann auf und bilden eine isolierende Schutzschicht“, erklärt Kniemeyer. Diese verschließt dann im Fahrzeug vorhandene Restöffnungen und Spalten sowie Kabel- und Rohrdurchführungen und vermeidet so die Ausbreitung von Hitze und Rauchgasen. Dies könne insbesondere im Bereich von Tunneln entscheidend für die Evakuierung der Insassen sein.

Damit kann der leichte und geschlossenzellige Spezialschaum im Ernstfall Leben retten, ist sich der Hersteller sicher. Außerdem stelle er die Feuerintegrität von Brandabschnitten her, indem er einen Feuer- und Temperaturübertrag auf andere Abschnitte verhindert. Auch Einhausungen für besonders zu schützende Bauteile könnten aus dem Werkstoff gefertigt werden, so dass diese bei einem Brand ihre Funktion über einen bestimmten Zeitraum behalten. Kniemeyer: „Der Schaum dient also auch dem Schutz der Fahrzeuge und ihrer Komponenten.“

HÜBNER vertreibt die neuartigen Brandschutzprodukte unter der eingetragenen Marke HFP 34. Die Formteile sind für Einsatztemperaturen von -50°C bis +80°C ausgelegt. Da sie witterungsbeständig sind, können sie im Innen- sowie im Außenbereich verbaut werden. Lange Werkstattaufenthalte für den Einbau sind nicht nötig, verspricht HÜBNER, da die Montage schnell und leicht umsetzbar sei.


red, Titelfoto: HÜBNER / Christian Wyrwa

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