Deutsche Bahn: „Plankorridore“ sollen Zugverspätungen reduzieren und die Pünktlichkeit im Gesamtnetz verbessern

Die Pünktlichkeit im DB Fernverkehr liegt aktuell bei knapp 76 Prozent. Um Verspätungen auf stark befahrenen Strecken zu vermeiden, will die Deutsche Bahn künftig verstärkt auf sogenannte „Plankorridore“ setzen. Mit dem ersten beiden Korridoren West und Mitte habe man bereits gute Erfahrungen gemacht.


Ein Jahr nach Einführung der „Plankorridore“ zieht die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben eine positive Bilanz für die Pünktlichkeit in diesen besonders stark befahrenen Streckenabschnitten im Netz. Mit einem speziellen Management zur intensiven Betreuung sei es im Korridor West Dortmund–Köln gelungen, bei 6.000 Fernverkehrszügen Verspätungen zu verhindern, teilt die DB mit.

Den Plankorridor West hatte das Unternehmen vor gut einem Jahr im November 2018 eingerichtet, im Frühjahr 2019 war der Korridor Mitte Fulda–Mannheim hinzugekommen. Aktuell wird das Engpass-Management für die im Vergleich zu anderen Abschnitten im Netz bei bis zu 140 Prozent belasteten Strecken auf die Korridore Nord mit Hamburg–Hamburger Zulauf sowie Süd Würzburg–Nürnberg ausgeweitet.

„Es gilt die einfache Formel: Pünktliche Züge müssen pünktlich bleiben, unpünktliche Züge dürfen keine weitere Unpünktlichkeit bei anderen Zügen verursachen. Die Plankorridore helfen, dass der Fahrplan an besonders neuralgischen Punkten eingehalten wird und unsere Fahrgäste ihre Anschlüsse erreichen. Wir haben damit ein wirkungsvolles Instrument, um den Eisenbahnbetrieb stabiler zu machen“, zeigt sich DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla überzeugt.

In den vier Plankorridoren sorgen Spezialisten dafür, dass der Zugverkehr sowie alle Einflüsse auf den Betrieb unter stetiger, intensiver Kontrolle stehen. Das beinhaltet nach DB-Angaben kurzfristige operative Entscheidungen genauso wie die mittelfristige Vorsorge, um Störungen zu vermeiden und zu reduzieren.

Die DB investiert 2019 rund 20 Millionen Euro in die Plankorridore West und Mitte. Für die neuen Korridore Nord und Süd sind ebenfalls knapp 20 Millionen Euro veranschlagt. Die Ausgaben sollen in die vorausschauende Instandhaltung der Technik, zusätzliche Maschinen sowie ein intensiv betriebenes Vegetationsmanagement fließen.

Laut der Deutschen Bahn kümmern sich Teams aus Disponenten von DB Netz, DB Regio, DB Fernverkehr, DB Station & Service sowie von anderen Eisenbahnen um den Betrieb auf dem Plankorridor. Sie entscheiden im Tagesgeschäft gemeinsam, wenn eine geänderte Zugreihenfolge oder Geschwindigkeit erforderlich ist, damit pünktliche Züge Vorfahrt bekommen. Sie richten Umleitungen ein, wenn sich damit größere Auswirkungen auf das Gesamtsystem abwenden lassen.


red, Titelfoto: DB AG (Archiv)